AUFRUF für eine Freilassungskampagne

AUFRUF für eine Freilassungskampagne

[Wir veröffentlichen hier einen Aufruf der Roten Hilfe international, welchen wir unterstützen werden. Allerdings findet Ihr am Ende des Aufrufes noch einige Anmerkungen unsererseits, welche wir für nötig hielten, noch zu ergänzen.]

19. Juni 2010 Internationaler Tag mit politischen Gefangenen

Wir nehmen dieses Datum zum Anlass, um eine langfristige Kampagne für die Freilassung all jener politischen Gefangenen anzukünden, die zum Teil Jahrzehnte von Knastjahren auf dem Buckel haben. Sie kommen nur deshalb nicht raus, weil sie in ihren revolutionären Identitäten ungebrochen sind und sich weiterhin als Revolutionäre verhalten.
Umso mehr sich die Spirale der kapitalistischen Krise nach unten dreht, umso schärfer reagiert der Staat mit seinen Repressionsorganen auf alles, was sich regt, Widerstand leistet und sich organisiert. Sei dies gegen die Mobilisierungen auf der Strasse, die der Arbeitskämpfe, die an den Universitäten oder die der SansPapiers.
Die staatliche Verbissenheit selbst für jene, die ihre Jahre im Knast abgesessen haben, die Knasttore nicht zu öffnen, lässt sich nur durch die sich zuspitzende Situation erklären. Die Ungebrochenheit dieser politischen Gefangenen und das, was sie damit ausdrücken dass Widerstand nicht nur notwendig, sondern auch machbar ist darf nicht aus den Knästen entlassen werden, wo sie wieder Teil der Bewegung werden könnten.
Weltweit ist diese Tendenz sichtbar. In Europa steht wohl der spanische Staat an der Spitze. Da werden schwerkranke Langzeitgefangene nicht rausgelassen und mittels neuem Gesetz sogar bereits entlassene Gefangene wieder eingeknastet: Die Höchststrafe wird mittels Gesetz heraufgesetzt und die Gefangenen werden rückwirkend wieder eingeknastet! Und auch in anderen Ländern Europas wie Frankreich mit den GenossInnen der Action Directe oder Italien mit den GenossInnen der Brigate Rosse werden die Knasttore für die revolutionären Gefangenen auch nach Jahren nicht kampflos geöffnet.
In der Schweiz betrifft diese Situation Marco Camenisch. Seine Knastzeit neigt sich dem Ende zu, doch die Schweizer Justiz begründet ihre Weigerung darauf einzugehen und ihn rauszulassen unter anderem mit der Erklärung, dass „Herr Camenisch sich nach wie vor als Anarchist bezeichnet…“ und „…er glaubt, die Gesellschaft befände sich im Kriege!“ Anarchist sein, ein Grund zur Kriminalisierung? Und betreffend der Gesellschaft im Krieg: Ein Blick auf die Weltkarte zeigt, dass es wohl kaum je ein historische Phase gab, in der es so viele Kriegs-, Spannungs- und Umweltkatastrophenschauplätze gab wie die aktuelle!
Solidarisieren wir uns mit den ungebrochenen, revolutionären Langzeitgefangenen und erkämpfen wir gemeinsam mit ihnen ihre Freiheit!

Wir sind nicht alle – es fehlen die Gefangenen!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Internationaler Aktionstag 19. September 2010
Unterzeichnet den Aufruf!
Setzt ihn auf die Website’s, leitet ihn weiter! Schliesst Euch der langfristigen mit eigenen Inhalten und betroffenen Gefangenen an!
www.rhi-sri.org
info@rhi-sri.org

eigene Anmerkungen der admins:

Die beschriebenen Umstände von Langzeitgefangenen, welche keine „Einsicht“ zeigen und nicht mit ihren Ideen brechen, gelten unserer Meinung nach nicht nur für die Gefangenen aus revolutionären Bewegungen sondern für alle Gefangenen, welche sich auflehnen und ihre Situation nicht akzeptieren. In Deutschland zum Beispiel wird die Sicherungsverwahrung für eben solche Gefangenen verhängt, was bedeutet, daß sie auf unbestimmte Dauer über ihre eigentliche Haftstrafe hinaus in den Knästen bleiben.

Für ein Ende aller Zwangsanstalten und Knäste!
Freiheit für ALLE Gefangenen!

Abschiebeknast Hannover: wieder Hungerstreik

solidarität!
Seit dem 16.7.2010, befinden sich erneut vier Personen im Abschiebegefängnis Langenhagen im Hungerstreik (bei dem sie auch keine Flüssigkeit zu sich nehmen) gegen ihre Abschiebung und gegen die schlechten Haftbedingungen. (zum letzten Hungerstreik siehe auch http://de.indymedia.org/2010/07/285369.shtml)
In den letzten Wochen geriet die JVA vorallem wegen des Suizids von Slawik C.
( http://de.indymedia.org/2010/07/285762.shtml) in die Öffentlichkeit, außerdem wurden Misshandlungen der Wärter_innen gegen die Gefangenen bekannt.
Aufgrund dessen gab es einen schriftlichen Antrag von 20 Gefangenen um gegen diese Zustände zu protestieren. Daraufhin verlegte die Anstaltsleitung einen maßgeblich an der Selbstorganisation der Gefangenen Beteiligten in einen anderen Trakt zu Strafgefangenen. Er soll voraussichtlich am kommenden Montag, 19.7. 2010, nach Istanbul abgeschoben werden.
Die wenigen Rechte der Gefangenen werden weiterhin eingeschränkt: so dürfen seit mindestens einer Woche kein Tabak und keine Zigaretten mehr für die Gefangenen im Besuchsraum gekauft werden. Begründungen hierfür wurden keine genannt, sondern an die Anstaltsleitung verwiesen.

Weitere Repression gegen Billy, Silvia und Constantino

Die Schweizer Bundesanwaltschaft schikaniert Silvia, Costa und Billy weiter.
Sie hat zusätzlich zur bereits bestehenden Zensur – wegen der die
Korrespondenz nur sehr langsam vonstatten geht – willkürlich weitere Beschränkungen des Briefverkehrs
verfügt.
Die neuen Beschränkungen machen den Ein- und Ausgang von Briefen
praktisch unmöglich bzw.
vollständig vom uneingeschränkten Ermessen des Bundesanwaltes abhängig.
Das ist ein offener Versuch, die Genossen und die Genossin zu isolieren,
indem man den Kommunikationskanal zwischen Drinnen und Draussen unterbricht, um ihre
Möglichkeit zu beschneiden, an Kämpfen teilzunehmen.
Der Grund für die Arroganz des Bundesanwaltes und die Absurdität der
neuen Vorschriften betr. der Korrespondenz liegt in der massenhaften Solidarität, wie sie sich in den
Briefen von Genoss/innen manifestiert. Das niederträchtige Vorgehen darf unseren Willen nicht
bremsen, dieser Solidarität Ausdruck zu verleihen.

Il Silvestre, AnarchistInnen von Bologna, Rote Hilfe Schweiz,
AnarchistInnen von
Tessin, Equal Rights Forli, AnarchistInnen vonvia del cuore (Pisa),
Villa Vegan, Las
Vegans 2.07.10

Griechenland – AnarchistInnen im Knast (übernommen von de.indymedia.org)

((a)) Die sozialen Kämpfe der letzten Jahre in Griechenland haben vielen Menschen in Europa gezeigt, dass Widerstand gegen das kapitalistische System nicht nur nötig sondern auch möglich ist. Für viele waren die Aufstände in Griechenland als würde die Tür zur Freiheit einen Spaltbreit aufgestoßen. Sie wurden inspiriert und tankten neue Kraft für eigene Kämpfe in anderen Ländern.

Die Kämpfe in Griechenland hatten und haben natürlich eine repressive Reaktion zur Folge – der Kampf um Freiheit wird nie ohne Folgen sein . Hunderte von laufenden Verfahren, untergetauchte GenossInnen und andere, deren Namen als "Terrorverdächtige" durch die Presse gehen und die sich ausrechnen können, wann die Bullen ihnen die Tür eintreten. Außer den Ermordeten der letzten Jahre gibt es auch genügend Gefangene der anarchistisch/antiautoritären Bewegung.
Briefe in den Knast sind für sie der Spalt zur Freiheit, sie geben Kraft und zeigen dir, dass du nicht alleine bist.

Schreibt unseren Genossinnen und Genossen. Die folgende Liste enthält alle nötigen Angaben.
Es sind keine Romane nötig, schon ein Gruß von solidarischen Menschen erfreut!

…hier finder Ihr die/eine Liste mit Adressen von Inhaftierten Anarchist_innen!

ANTI-KNAST-AKTIONSTAG

http://noprisonnostate.blogsport.de/images/thumb-284483.jpg Am 19.06.2010 fanden in Hamburg Aktionen im Rahmen des Antiknast-Aktionstages gegen alle Knäste und Zwangsanstalten statt.

Konflikte lassen sich nicht wegsperren!

Am 19.06.2010 fanden in Hamburg Aktionen im Rahmen des Antiknast-Aktionstages gegen alle Knäste und Zwangsanstalten statt.
Im zentralen Bahnhofsviertel Hamburgs, St. George, wurde eine große Plakatwand angebracht auf der sich mit allen kämpfenden Gefangenen solidarisiert und die Freiheit aller gefordert wurde.
Am Nachmittag des Tages fanden sich einige Menschen vor dem U-Haft Knast Holstenglacis ein und brachten Transparente mit Kontakt Adressen in sichtweite der Gefagenen an um Kontakt herzustellen und Isolation zu brechen. Außerdem wurden Parolen wie "Freiheit für alle Gefangenen!" gerufen.
Einige Menschen warfen Tennisbälle über die Außenmauer des Knastes die mit Nachrichten und Forderungen für die Gefangenen und gegen alle Knäste versehen waren. Gefangene reagierten positiv auf die Aktion und erwiederten die gerufenen Parolen. Angehörige von Inhaftierten die anwesend waren äußerten ihre Begeisterung über die Aktion.

An verschiedenen Orten im Deutschsprachigen Raum haben an diesem Tag Menschen Aktionen gegen die Welt der Knäste verübt.
An einem Tag wie diesem können Berührungsängste mit dem Fremdkörper Knast abgebaut und die Miniaturwelt hinter Mauern und Gittern für einen kurzen Moment unterbrochen werden.

Für die Freiheit aller Gefangenen! Für das Ende aller Knäste!
Für den sozialen Aufstand!

einige Anarchistinnen und Anarchisten

Weitere Infos zu Aktionen in anderen Städten, Grußworte von Gefangenen, etc. findet Ihr z.B. unter :

abc-berlin.net

de.indymedia.org