Archiv für Juni 2009

Alex ist weg – Her mit der Solidarität!

Beitrag der Rigaer94, welcher auf der Kundgebung verlesen wurde:

In Berlin geht es heiß her. Menschen versuchen auf verschiedenen Ebenen und mit verschiedenen Mitteln, die herrschende Normalität – bestehend aus der alltäglichen Gewalt der kapitalistischen Gesellschaftsordnung und der eigenen ständigen Reproduktion dieser Ordnung – offensiv anzugreifen. Eine Methode, diese Normalität zu verschieben, zu durchbrechen, ist die Raumaneignung. Sei es, Wohnen als Grundbedürfnis anzuerkennen und dem „normalen“ Miets-Verhältnis eine Absage zu erteilen, das Straßenbild im eigenen Umfeld selbst zu gestalten mit Farben, Postern, Liegestühlen und Feuertonne, sich an Orten wie dem Dorfplatz zu treffen ohne viel Geld ausgeben zu müssen für das gemütliche Beieinander oder sei es durch militante Angriffe gegen die kapitalistische Stadtumstrukturierung. Aus unserem Leben das machen, was WIR wollen.
(mehr…)

Internationale Kampagne für Joaquin Garces Villacampa

Verschiedene ABC-Zusammenschlüsse aus Spanien, sowie Individuen, rufen zu Protesten auf.

Joaquin Garces Villcampa ist ein anarchistischer Genosse, der im Moment vom spanischen Staat als Geisel gehalten wird. Er kam in den Knast aufgrund verschiedener Aneignungsaktionen, die er Ende der 70er Jahre unternommen hatte, um damit revolutionäre Kämpfe und Gruppen unterstützen zu können. Daraufhin wurde er zu über 35 Jahren Knast verurteilt, ab Mitte der 80er Jahre sitzt er die Strafe ab.
Im Jahr 1999 beteiligte er sich an der Protestwelle gegen die FIES-Abteilungen (spanische Isolationshaft). Nach vielen Protesten und Berufungen schaffte er es Knasturlaub zu bekommen. Diesen nutzte er im Mai 2003, um zu entfliehen. (mehr…)

INTERVIEW mit Julien Coupat: „Die Verlängerung meiner Haft ist eine kleine Rache“ – erschienen in der Le monde 25.5.2009

Hier die Antworten auf Fragen, die wir Julien Coupat schriftlich gestellt haben.
Gegen ihnwurde am 15. November 2008 ein Verfahren wegen „Terrorismus“ eingeleitet, zugleich mitacht anderen Personen, die in Tarnac (Corrèze) und Paris vorübergehend festgenommenwurden. Er wird verdächtigt, die Oberleitungen der SNCF sabotiert zu haben. Er ist derletzte, der immer noch inhaftiert ist. (Er hat darum gebeten, bestimmte Worte kursiv zusetzen).

Wie erleben Sie Ihre Haft?

Sehr gut, danke. Liegestützen, Laufsport, Lesen.

Können Sie uns noch einmal zur Erinnerung die Umstände Ihrer Festnahme schildern?

Eine Bande von jungen Männern, vermummt und bis an die Zähne bewaffnet,
ist durcheinen Einbruch bei uns eingedrungen. Sie haben uns mit Waffen
bedroht, uns Handschellen angelegt, uns abgeführt, nicht ohne vorher
alles kurz und klein geschlagen zu haben. Sie haben uns mit mächtigen
Rennwagen abgeholt, die mit mehr als 170 Stundenkilometern im Schnitt
die Autobahnen entlang rasten. In ihren Gesprächen tauchte immer wieder
ein gewisser M. Marion auf,(früherer Chef der antiterroristischen Polizei)
dessen männliche Heldentaten sie sehr amüsierten, wie jene, die darin
bestand, in der guten Laune einen seiner Kollegen zu ohrfeigen,
schön mitten in einem Umtrunkanlässlich seines Ausscheidens. Sie haben
uns vier Tage lang eingesperrt in einem ihrer Volksgefängnisse“ und nervten
uns mit Fragen, in denen das Absurde mit dem Obszönen wetteiferte… weiter lesen ?!