Archiv für Januar 2010

UPDATE-INTERVIEW ZUM SOGENANNTEN TARNAC9-VERFAHREN

In dem Interview mit dem Solikomitee Tarnac geht es um die Entwicklungen des sogenannten Tarnac9-Verfahren’s.
Thema sind unter anderen die Verhaftung am 27.November 09, aktuelle Texte und Briefe von Betroffenen und eine kleine Einschätzung der Repression wie der gesellschaftlichen Situation in Frankreich durch das Solikomitee.

- anhören oder downloaden könnt Ihr das Interview hier…

Die Leidenschaft Für die Freiheit

Die Leidenschaft Für die Freiheit

Eine weitere Episode in den Chroniken der Repression ist mittlerweile allen wohl bekannt: Alfredo Bonanno (aus Italien) und Christos Stratigopoulos (aus Griechenland), zwei Anarchisten, die bereits einige Male von der Repression getroffen wurden, sind am 1. Oktober 2009 nach einem Überfall in Griechenland verhaftet und in der kleinen Stadt Amfissa ins Gefängnis gesteckt worden. Wir haben nicht die Absicht ihre Tat zu kommentieren, die nichtsdestotrotz unsere volle Sympathie hat, ebensowenig werden wir uns den Details bezüglich der Verhaftung der Gefährten widmen, die in Flyern und Communiqués bereits reichlich dargelegt wurden.

Im Gegenteil, wozu wir hier ein starkes Verlangen verspühren, ist allen Gefährten, die diese Zeilen lesen, in Erinnerung zu rufen, dass Christos und Alfredo noch immer in dem Konzentrationslager von Amfissa festgehalten werden, und dass es Zeit ist, mit einer grösseren Entschlossenheit darüber nachzudenken.

Jeder weiss nun über die Haftbedingungen in Amfissa bescheid. Kein lebendes Wesen sollte an einem solch höllischen Ort abgesetzt werden. Wir wollen darum ein für alle mal seine Zerstörung, ebenso wie die jedes Gefängnisses und jeder Haftanstalt dieser Welt, ein Verlangen, das wir und viele andere Gefährten immer wieder duch Worte und manchmal (wir befürchten viel zu wenig) durch Taten betont haben. Wir stimmen alle mit viel diskutierten Punkten überein, mit dem Angriff auf dieses Ausbeutungssystem, das Gefängnisse baut und jegliche Form von Rebellion unterdrückt, ebenso wie mit der vollständigen Zerstörung von allen Gefängnissen. Wir erkennen auch, das den gefangenen Gefährten Unterstützung und Solidarität gegeben werden sollte. Wir wollen all unsere Gefährten draussen sehen, gemeinsam mit jedem Rebell, der gegenwärtig in den Kerkern egal welchen Staates festgehalten wird. Unser eigenes Konzept für soziale Abrechung habend, sind wir gegen das Gefängnis, selbst für unsere Feinde.

In diesem Kontext wollen wir den spezifischen Fall von Alfredo betonen, dessen Alter und Gesundheitszustand – leider – auch ein Teil der Chronik geworden sind. Es ist ziemlich offensichtlich, dass seine weitere Haft unter den gegenwärtigen Bedignungen eine präzise politische Wahl ist, abgestützt vom Gesetz – wo die Macht zum höchsten Grad seiner Rache an einem anarchistischen Revolutionär gelangt, der stets ein eingeschworener Feind der Autorität in all ihren Formen war.

Es ist Zeit zu handeln, in Anbetracht von Alfredos Situation, die dabei ist äusserst ernsthaft zu werden, ebenso, wie zum denunzieren der weit verbreiteten barbarischen Verhältnisse, die trotz eines von tausenden Gefangenen unternommenen Hungerstreiks im vergangenen Jahr weiterhin in den griechischen Gefängnissen vorherrschen.

Solikonzerte und Gegeninformation können wichtige Initiativen sein. Verstreute Aktionen gegen die Symbole der Macht sind schöne Solidaritätsakte. Doch all dies bleibt isoliert in der Abwesenheit eines verbreiteten und permanenten Angriffs auf den Staat und das Kapital als Ganzes, was das Arbeiten an der Verbreitung des Kampfes beinhaltet, um die Ausgebeuteten innerhalb und ausserhalb der schändlichen Mauern zu involvieren. Dies ist ein notwendiger Weg, auf welchem spezifische Aktionen zu entwickeln sind, einschliesslich jener, die zu Ziel haben, die Gefährten und Individuen, die sich unter spezifischen Bedingungen in den Händen des Feindes befinden, nicht zu verlassen.

Lasst uns jetzt handeln, um den Kampf gegen alle Formen von Gefängnissen lebendig und wirksam zu erhalten, bis alle Gefangenen frei und alle Gefängnisse zerstört sind, vorallem die unsichtbaren Mauern, die die Geister und Körper in den alltäglichen Gewohnheiten und den bedingungslosen Zustimmungsritualen einschliessen.

Lasst uns den vom Staat zur Geisel genommenen Gefährten zeigen, das wir mit ihnen sind in dem lodernden Kampf für das Leben und die Würde, das die Leidenschaft für die Freiheit nicht bloss eine Parole ist, sondern eine fürchterliche Flut von Liebe und Zerstörung.

FEUER UND FLAMMEN DEN GEFÄNGNISSEN

Wer den beiden inhaftierten Schreiben will:

Alfredo Bonanno
Christos Stratigopoulos
Tzamala 27
33100 Amfissa
Griechenland

Geld zur unterstützung der Gefährten könnt ihr senden an:

Postkonto nr. 23852353,
gerichtet an: A. Medeot – C.P. 3431 – Trieste (Italien),
mit dem Text:
“sottoscrizione arresti in Grecia”

Hintergrundinformationen und Artikel (englisch):
http://www.aftertrikala.blogspot.com

Texte und Brochüren von Alfredo Bonanno (englisch):
http://pantagruel-provocatione.blogspot.com

Solidaritätsposter in verschiedenen Sprachen:
http://arobberyingreece.blogspot.com

ABC-Veranstaltung in Kiel

Antispe-Café am Mo, den 01.02.2010 ab 19Uhr
im Li(e)ber Anders, Iltisstar 34, Gaarden / Kiel

„Den Kampf fortsetzen!“

Das ABC-Orkan erzählt über Gefangenen-Unterstützung, revolutionäre Solidarität und Anti/Knast-Kämpfe.
Außerdem wird es Briefe/Karten schreiben an Gefangene geben.

Feuer den Knästen! Für die totale Freiheit!

6.-24. Januar Solidaritätswoche für die Angeklagten von Vincennes (Frankreich)

16.-24. Januar Solidaritätswoche für die Angeklagten von Vincennes

Ein kurzer Überblick über die Solidarität in Frankreich mit den angeklagten Gefangenen vom Internierungszentrum in Vincennes und gegen alle Arten von Gefängnissen.

Am 25., 26., und 27. Januar werden zehn damalige Häftlinge des Internierungszentrum von Vincennes für Revolte vor Gericht gebracht.

Während des ersten Semesters 2008 brachen in dem Internierungszentrum von Vincennes wiederholt Revolten aus, einem Ort, an dem papierlose Ausländer eingesperrt auf ihre Ausschaffung warten. Am 21. Juni starb ein Häftling aufgrund mangelnder Fürsorge. Am nächsten Tag wurde das Zentrum während einer Revolte in Brand gesteckt. Daraufhin wurden eine Anzahl Häftlinge inhaftiert und für Brandstiftung und Gewalt gegen Polizisten angeklagt. Die meisten von ihnen waren für acht bis zwölf Monate in Präventivhaft.

Vom 16.-24. Januar ist eine Solidaritätswoche angekündigt.

In Solidarität mit den Rebellierenden des Internierungszentrums von Vincennes, die am 25., 26. und 27. Januar 2010 vor Gericht stehen, weil sie ihr Gefängnis während einer Revolte im Juni 2008 in Brand gesteckt haben. Es folgt ein kurzer Überblick von Solidaritätsaktionen, aufgrund der Übersetzung ist dieser fern davon vollständig zu sein.

9. September, Paris: Dreifacher Ausbruch aus dem Internierungszentrum von Vincennes

19. September, Paris: zwei Bankomaten von „La Poste“ (grosse französische Bank, die Sans-Papiers an die Schweine denunziert) wurden, in Solidarität mit der Revolte in Vincennes in Brand gesteckt.

22. September, Paris: Rotes Kreuz im 9. Arondissement: Alle Fenster sind eingeschlagen. Hinterlassene Nachricht: „deportiert Sans-Papiers“, „Kollaborateure angreiffen“

5. November, Paris: Fenster von „Bouygues“ werden im 15. Arondissement eingeschlagen. Der Schriftzug „baut Gefängnisse“ wurde hinterlassen.

5. November, Paris: Einem Van und einem Lastwagen von ISS werden die Reifen plattgestochen. In Solidarität mit dem Kampf gegen das neue geschlossene Zentrum für Migranten in Steenokkerzeel, Belgien, woran sich ISS beteiligt.

14. November, Paris: Rotes Kreuz im 10. Arondissement: „Rotes Kreuz Kollaborateure“ und „Feuer den Internierungszentren“ stehen auf die Aussenwände geschrieben. Ebenso bei der Bibliothek der französischen anarchistischen Föderation (die einen Flyer erstellte, worin sie Lösungen zur Humanisierung der Gefängnisse vorschlugen), wo folgende Sprüchen standen: „FA Kollaborateure“, „dreckige Erpresser“ und „FA will Gefängnisse humanisieren, lassen wir sie mit ihnen brennen.“

7. Dezember, Lyon: Geldautomat und Fenster einer BNP Bank werden eingeschlagen, gegen die Ausschaffungsmaschinerie.

9. Dezember, Paris: Banner werden aufgehängt, die die BNP und die Post Bank zur Kollaboration mit der Ausschaffungsmaschinerie anprangern. Zu lesen war: „Zerstörung der Internierungszentren“, „Lasst uns die Ausschaffungsmaschinerie sabotieren“, „Es leben die Flammen der Revolte“, „Diese Banken denunzieren die Sans-Papiers. Nieder mit den Kollaborateuren“, „Solidarität mit den Rebellierenden vom Internierungszentrum in Vincennes.

GEGEN ALLE GEFÄNGNISSE, NIEDER MIT ALLEN GRENZEN. FREIHEIT FÜR ALLE.

10. Dezember, Paris: Ein Bulldozer auf einer „Eiffage“ Baustelle (erbauen Gefängnisse) wurde in Brand gesteckt. In Solidarität mit den kämpfenden Gefangenen hier und sonstwo und mit jenen, die wegen Brandstiftung am Internierungszentrum in Vincennes angeklagt sind.

12. Dezember, Paris: Ein Umzug in Belville hinter dem Transparent „Freiheit für alle, mit oder ohne Papiere“. Etwa 30 Leute kleisterten Poster während des Umzugs in Belevolle, Menilmontant und Coursonnes. Auf Scheiben von Banken wurden einige Sprays hinterlassen: „denunzieren Sans-Papiers“

16. Dezember, Paris: Im 14. Arondissement wurde das Architekturbüro von Alain Derbesse angegriffen. Zwei Brandherde wurden gelegt. Dieses Büro erbaute bereits das Internierungszentrum von Vivonne und le Havre. Es erbaute auch das Gefängnis von Mans, eine Polizeizentrale und renovierte ein Gerichtsgebäude.

21. Dezember, Paris: Laut den öffentlichen Medien, wurden beim staatlichen Büro für Immigration zahlreiche Scheiben eingeschlagen. Der Spruch „Feuer den Internierungszentren“ wurde hinterlassen. Sie sprechen auch von einem Angriff auf das selbe Büro in Lille im Oktober.

22. Dezember, Grenoble: Die Fenster eines „Bouygues“ Lokals werden zerschlagen und ein Tag hinterlassen „Bouygues erbaut Gefängnisse“. Dieser Laden wurde schon mehrmals angegriffen.

23. Dezember, Paris: Demonstration, Sprayereien und Poster in Barbes und der Gegend um Goutte d’Or. Auf Banken die Sans-Papiers denunzieren und anderen Zielen war zu lesen: „Feuer allen Gefängnissen!“, „Die Post denunziert Sans-Papiers!“, „die BNP denunziert Sans-Papiers der Polizei“, „Bullen sind Schweine“ vor dem Haupt-Polizeiposten des Bezirks, „Eigentumskrieg = Krieg gegen Arme“ auf einem Hauseigentümerbüro, und „Bullen, Schweine, Mörder“ auf einer Schule vor einer Polizeistation in Goutte d’Or, und mehr… Tausende Flyer und Brochüren wurden an Passanten verteilt, Solgans wie „Freiheit für alle, mit oder ohne Papiere“ und „Bullen, Schweine, Mörder“ gerufen…

1. Januar, Paris: Nach Mitternacht wurden Feuerwerk und Böller um das Internierungszentrum von Villepinte und Vincennes gezündet, begleitet mit „Freiheit!“ Rufen, um die Eingesperrten zu grüssen.

kurzes Video von der Silvester Antiknast Kundgebung in Hamburg

Der Knast ist nicht wie im Video beschrieben ein reiner Abschiebeknast sondern ein U-Haft Knast. Die Kundgebung war in Solidarität mit allen Gefangenen und gegen alle Formen des Wegsperrens. Trotdem ein guter Eindruck. Danke an die MacherInnen.