Archiv für August 2010

AUFRUF für eine Freilassungskampagne

AUFRUF für eine Freilassungskampagne

[Wir veröffentlichen hier einen Aufruf der Roten Hilfe international, welchen wir unterstützen werden. Allerdings findet Ihr am Ende des Aufrufes noch einige Anmerkungen unsererseits, welche wir für nötig hielten, noch zu ergänzen.]

19. Juni 2010 Internationaler Tag mit politischen Gefangenen

Wir nehmen dieses Datum zum Anlass, um eine langfristige Kampagne für die Freilassung all jener politischen Gefangenen anzukünden, die zum Teil Jahrzehnte von Knastjahren auf dem Buckel haben. Sie kommen nur deshalb nicht raus, weil sie in ihren revolutionären Identitäten ungebrochen sind und sich weiterhin als Revolutionäre verhalten.
Umso mehr sich die Spirale der kapitalistischen Krise nach unten dreht, umso schärfer reagiert der Staat mit seinen Repressionsorganen auf alles, was sich regt, Widerstand leistet und sich organisiert. Sei dies gegen die Mobilisierungen auf der Strasse, die der Arbeitskämpfe, die an den Universitäten oder die der SansPapiers.
Die staatliche Verbissenheit selbst für jene, die ihre Jahre im Knast abgesessen haben, die Knasttore nicht zu öffnen, lässt sich nur durch die sich zuspitzende Situation erklären. Die Ungebrochenheit dieser politischen Gefangenen und das, was sie damit ausdrücken dass Widerstand nicht nur notwendig, sondern auch machbar ist darf nicht aus den Knästen entlassen werden, wo sie wieder Teil der Bewegung werden könnten.
Weltweit ist diese Tendenz sichtbar. In Europa steht wohl der spanische Staat an der Spitze. Da werden schwerkranke Langzeitgefangene nicht rausgelassen und mittels neuem Gesetz sogar bereits entlassene Gefangene wieder eingeknastet: Die Höchststrafe wird mittels Gesetz heraufgesetzt und die Gefangenen werden rückwirkend wieder eingeknastet! Und auch in anderen Ländern Europas wie Frankreich mit den GenossInnen der Action Directe oder Italien mit den GenossInnen der Brigate Rosse werden die Knasttore für die revolutionären Gefangenen auch nach Jahren nicht kampflos geöffnet.
In der Schweiz betrifft diese Situation Marco Camenisch. Seine Knastzeit neigt sich dem Ende zu, doch die Schweizer Justiz begründet ihre Weigerung darauf einzugehen und ihn rauszulassen unter anderem mit der Erklärung, dass „Herr Camenisch sich nach wie vor als Anarchist bezeichnet…“ und „…er glaubt, die Gesellschaft befände sich im Kriege!“ Anarchist sein, ein Grund zur Kriminalisierung? Und betreffend der Gesellschaft im Krieg: Ein Blick auf die Weltkarte zeigt, dass es wohl kaum je ein historische Phase gab, in der es so viele Kriegs-, Spannungs- und Umweltkatastrophenschauplätze gab wie die aktuelle!
Solidarisieren wir uns mit den ungebrochenen, revolutionären Langzeitgefangenen und erkämpfen wir gemeinsam mit ihnen ihre Freiheit!

Wir sind nicht alle – es fehlen die Gefangenen!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Internationaler Aktionstag 19. September 2010
Unterzeichnet den Aufruf!
Setzt ihn auf die Website’s, leitet ihn weiter! Schliesst Euch der langfristigen mit eigenen Inhalten und betroffenen Gefangenen an!
www.rhi-sri.org
info@rhi-sri.org

eigene Anmerkungen der admins:

Die beschriebenen Umstände von Langzeitgefangenen, welche keine „Einsicht“ zeigen und nicht mit ihren Ideen brechen, gelten unserer Meinung nach nicht nur für die Gefangenen aus revolutionären Bewegungen sondern für alle Gefangenen, welche sich auflehnen und ihre Situation nicht akzeptieren. In Deutschland zum Beispiel wird die Sicherungsverwahrung für eben solche Gefangenen verhängt, was bedeutet, daß sie auf unbestimmte Dauer über ihre eigentliche Haftstrafe hinaus in den Knästen bleiben.

Für ein Ende aller Zwangsanstalten und Knäste!
Freiheit für ALLE Gefangenen!