Archiv für Oktober 2010

Bis die Welt der Gitter und Papiere in Flammen aufgeht!- Ein internationaler Einblick in Kämpfe gegen Knäste und Lager.


Mit dem Ansatz alle Knäste abzuschaffen, ob Abschiebelager oder
Hochsicherheitsknast, werden an vielen Orten dieser Welt Kämpfe gegen das
Einsperren geführt. Wir wollen einen einblick in Kämpfe an verschiedenen Orten
dieser Welt geben, die ohne legalistische Einschränkungen die
Freiheit aller fordern. Es werden Kampagnen gegen verschiedene Knäste vorgestellt.
Außerdem wollen wir über Erfahrungen und Perspektiven sprechen.
Freiheit für alle Gefangenen! –
Für eine Welt ohne Knäste, Grenzen und Staaten.

22.10.2010 19Uhr HafenVokü Hamburg
Informationen auf noprisonnostate.blogsport.de

Mit der Knastgesellschaft brechen- Terminänderung!

Wir haben uns notgedrungen dazu entschieden das Antiknastwochenende um eine Woche zu verschieben, damit es nicht zu viele parallele Termine an einem Wochenende in der Stadt gibt.

Der neue Termin ist der 26. bis 28. November.

Zur Demonstration vom 1. Oktober in Brüssel

Für den Freitag den 1. Oktober wurde in Brüssel zu einer unbewilligten Demonstration aufgerufen: Gegen die Ausschaffungszentren, gegen Gefängnisse, gegen die Genzen, gegen den Staat. Tausende Plakate kleben noch immer an den Mauern von Brüssel und ganz Belgien, zehntausende Flyer liegen über die Bevölkerung verteilt. Dennoch kam es dazu nicht. Ein solcher Moment schien den Wächtern dieser Ordnung genug riskant, um ganze Stadtteile zu militarisieren. Über 500 Einheiten mit Wasserwerfern blockierten den Versammlungsort, mind. 200 Personen wurden dort (meist präventiv) verhaftet, die Gefängnisse von Forest und Saint-Gilles wurden massiv belagert und inmitten von Anderlecht patruillierten mit Maschinengewehren bewaffnete, vermummte Polizisten. Ausserdem wurde über die betroffenen Quartiere ein spezielles Verbot verhängt, das die Gruppierung von mehr als 5 Personen untersagt.
Ein Moment, in dem Jahre von Diskussionen auf der Strasse, von grösseren und kleineren Angriffen und Revolten, von Flyern und Plakaten, im Kontext eines fortwährenden Kampfes gegen die Gefängnisse und Ausschaffungszentren, Rebellierende aus verschiedensten sozialen Hintergründen hätten zusammenbringen können, ein solches Zusammentreffen zwischen der in gewissen Quartieren vorherrschenden sozialen Spannung und anti-autoritären Ideen sollte um jeden Preis verhindert werden. Im Rahmen der schon über die ganze Woche andauernden polizeilichen Belagerung der Stadt (aufgrund des gleichzeitig stattfindenden „No Border Camps“ und verschiedener europäischer Gipfeltreffen), entschieden sie sich, diesem Ereignis besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
5 Personen, die an diesem Tag verhaftet wurden, sitzen heute (7. Oktober) noch immer, u.a. mit der Anschuldigung von „Association des malfaiteurs“ (Vereinigung von Übeltätern), was mehrere Jahre Haft bedeuten kann. Sie werden angeschuldigt, an einem kollektiven Angriff von 50 Personen mit Stöcken und Steinen auf einen Polizeiposten in der Nacht vom 1. Oktober beteiligt gewesen zu sein (laut Medien: 66 Einschläge auf Scheiben, Kaputte Autos und zwei verletzte Polizisten). Nach den aktuellsten Informationen werden sie in zwei wochen mit Auflagen aus der Haft entlassen.
Über die Tage wurden auch diverse Unternehmen die im Zusammenhang mit den Ausschaffungszentren stehen angegriffen.
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Hier ein Flyer von Anarchist_innen aus Brüssel der einige Tage nach dem 1. umherging:

Trotz allem An die Rebellen von hier und sonstwo

Nachfolgend die Übersetzung eines Flyers, nach dem 1. Oktober zirkulierte:

Trotz allem
An die Rebellen von hier und sonstwo

Worte können nur schwer eine Wirklichkeit erfassen, die Gefühle und Verlangen übersteigen stets das, was der Wortschatz uns bietet. Dennoch ist es lebenswichtig zu sprechen, zu vesuchen dem, was wir denken und fühlen einen Ausdruck zu geben. Sicher in jenen Momenten, in denen der Terror des Staates und seiner Ordnungskräfte versucht, alles verstummen zu lassen.

Seit Jahren sagen wir, dass es, um frei denken und sprechen zu können, an Raum und Zeit bedarf. Und jener Raum und jene Zeit werden uns nie gegeben, wir können sie nur selbst erobern, mit aller Gewalt der Wirklichkeit des du sollst nicht und du musst entreissen. Darum haben wir gesprochen und sprechen wir von Revolte, von Akten, durch die wir uns selbst Raum schaffen, um zu leben, um unseren Verlangen nach Freiheit einen Ausdruck zu geben, die das krankmachende Elend und die Hässlichkeit dieser Welt nicht länger ertragen.weiterlesen

eine neue Anti-Knast Seite