Archiv für Dezember 2010

Santiago, Chile – 81 tote Gefangene, viele mehr mit schweren Verletzungen

- das Resultat wenn der Knast brennt und du dennoch eingesperrt bleibst
Am 8. Dezember 2010, gegen 4 Uhr morgens, brach, bis jetzt noch aus unerklärlichen Gründen, ein Feuer im San Miguel Knast in Santiago de Chile aus.
Bei der bis dato schlimmsten Katastrophe des chilenischen Knastsystems starben 81 Gefangene und über 20 wurden schwer verletzt.
Medien und Behörden behaupten, dass das Feuer, welches in der 4. Etage des Zellentrakts 5 ausgebrochen war, bei einen Streit unter den Gefangenen entstanden sei. Beweise dafür liegen aber nicht vor. Fakt ist, dass die meisten der Toten, eingesperrt in ihrem Trakt, qualvoll verbrannt und erstickt sind.
- weiterlesen unter: abc-berlin.net

Knastkämpfe in Griechenland (Quelle Indymedia-Linksunten)

Seit dem 29. November 2010 verzichten mehr als 9.000 der landesweit circa 12.600 Gefangenen in Griechenland auf die Gefängnismahlzeiten, etwa 1.200 Gefangene befinden sich zur Zeit in Hungerstreik. Sie alle kämpfen um Menschenrechte und Würde. Die erste Übersetzung beinhaltet ihre konkreten Forderungen, einen Aufruf zur Koordination und Organisierung von Solidaritätsaktionen zur Unterstützung ihres Kampfes, die zweite ist ein Demobericht aus Patras.

weiterlesen könnt Ihr auf: linksunten.indymedia.org

Silvester zum Knast

kleiner

Auch diese Jahr wird es wieder eine Antiknast Demo/Kundgebung in Hamburg geben.
Um 22:30 Uhr startet eine Demo mit dem Motto „Freiheit für Alle! Für eine Welt ohne Knäste und Grenzen!“ zum Knast vom U-Bahnhof Feldstr. Ab 23:30 gibt es eine Kundgebung vor dem Knast Holstenglacis (Nähe U-Messehallen).

Aufruf

Freiheit für Alle! Für eine Welt ohne Knäste und Grenzen!

Die sozialen Angriffe auf unser aller Leben nehmen weiter zu. Immer größere Teile der Bevölkerung werden ihrer Lebensgrundlagen durch Kürzungen im Sozialbereich und Gesundheitswesen mit gleichzeitigen befristeten Niedrigstlohnbeschäftigungen beraubt. Während Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, nehmen staatlich organisierte Eingriffe in unser Leben ständig zu.

Ein Großteil der Gefangenen, welche diese Gesellschaft hervorbringt, ist weggespeert hinter Mauern, weil sie aus sozialen Aspekten heraus, vorhandene Gesetze dieses Staates außer Acht ließen. Gefangene stellen eine logische Konsequenz des kapitalistischen Systems dar.
Knast ist Gewalt und Isolation. Knast ist totale Fremdbestimmung.
Knast ist die letzte Stufe der staatlichen Repression, welche die herrschende Ordnung basierend auf Unterdrücken und Unterdrückt werden, aufrecht erhält. Als Menschen mit emanzipatorischen Ausrichtungen muss es unser Anspruch sein, Konflikte nicht wegzusperren oder wegzuschieben, sondern Ansätze jenseits von Zwang und Unterdrückung zu finden.

Dieses Jahr fanden mindestens zwei Menschen den Tod in Hamburger Knästen. Am 7. März wurde David erhängt im Gefängniskrankenhaus aufgefunden. Er kam aus Georgien und hatte in Deutschland Asyl beantragt, was abgelehnt wurde. Er saß seit Februar in Abschiebehaft und war schon seit geraumer Zeit in den Hungerstreik getreten. Am 16.04. fand Yeni den Tod. Auch sie versuchte nach Deutschland einzureisen und hier zu leben. Dies sind zwei Beispiele dafür, wie das Einsperren Leben zerstört und wie dieser Staat sich seiner Konflikte entledigt.

Wir wollen uns mit den selbstorganisierten Kämpfen der Migrant_innen gegen die rassistischen Zustände solidarisieren. Es werden Grenzen überwunden, um Krieg und politischer Verfolgung zu entgehen oder sich ein besseres Leben zu ermöglichen und in dieser globalisierten Welt am (europäischen) Wohlstand teilzuhaben. In diesem Zusammenhang wird sichtbar, wie Privilegien, Herrschaftsverhältnisse etc. zementiert werden. Individuen, die aus unterschiedlichen Gründen unglaubliche Wege zurücklegen, landen in diesem und anderen Staaten in sogenannten Sammellagern und/oder Abschiebeknästen.

An Tagen wie Silvester, wo viele Menschen, die draussen sind zusammenkommen, feiern und den Alltag unterbrechen, kann Knast für Menschen, die drinnen sind, noch mehr Einsamkeit und Isolation bedeuten. Freundinnen, Freunde, Bekannte und Familie sind an diesen Tagen oft noch weiter weg als ohnehin schon im tristen Knastalltag.

Die Gründe in dieser Gesellschaft im Knast zu landen, sind zahlreich. Ebenso wie die Gründe gegen dieses System Position zu beziehen, Kritik an der herrschenden Ordnung zu üben. Solidarität mit allen Menschen in den Knästen und draussen, die sich mit uns im Kampf gegen Kapitalismus, Staat und jede Unterdrückung befinden.

Freiheit für alle Gefangenen.
Für eine herrschaftsfreie Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!
Für eine Welt ohne Knäste und Grenzen.

31.12.2010 – 22:30 Uhr U-Feldstraße [Hamburg] Demo zum Knast – 23:30 Uhr Kundgebung vorm UG Holstenglacis

DRINNEN UND DRAUSSEN EIN EINZIGER KAMPF SOLIDARITÄT FÜR COSTA, BILLY UND SILVIA

Seit sieben Monaten sind Billy, Costa und Silvia im Knast. Sofort versuchten die Schweizer Behörden, sie zu isolieren, indem sie die Kommunikation unter ihnen verhinderten, die ein- und ausgehende Post blockierten. Die Notwendigkeit der Macht, Silvia, Costa und Billy und mit ihnen Marco zu isolieren, ihren Beitrag zum Kampf zu verhindern, ihr Bedürfnis, sich diesem Bestehenden zu widersetzen, ihre Identität zu vernichten, verwundert und beeindruckt uns nicht: der Feind macht seine Feinde aus und hat zum Ziel, sie zum Schweigen zu bringen und sie zu beugen.

Gleichfalls sind wir nicht erstaunt zu sehen, dass unsere GenossInnen trotz der systematischen Blockade der Korrespondenz jene kämpferischen Beziehungen erhalten konnten, die zu verhindern und kaputtzumachen versucht wurde und immer noch wird.
Beziehungen, die durch den Hungerstreik vom 10. bis 30. September konkreten Ausdruck fanden. Hungerstreik mit der Absicht der Bekräftigung ihrer Identität als kämpferische antizivilisatorische grüne AnarchistInnen und zur Relancierung der Notwendigkeit des Widerstandes gegen diese Welt, auf konkrete Art und Weise mit den Mitteln und Formen, die jede/r für die angemessensten betrachtet.

Die Entschlossenheit und Nähe zueinander dieser GenossInnen hat die Schweizer Behörden dazu gebracht, mit Verlegungen einzugreifen: Marco, seit sieben Jahren in Regensdorf (Zürich), wurde ins Hochsicherheitsgefängnis von Orbe versetzt, wie auch Costa und Billy, die im Schnellverfahren in andere Gefängnisse verlegt wurden.
Aber die Briefblockaden, die feigen und niederträchtigen Repressalien der Behörden, eines Staatsanwaltes, ändern überhaupt nichts: unsere GenossInnen kämpfen weiter, immer aufrecht und unser Ziel im Blick. Und wir mit ihnen.
Auf dass ihre Kraft und Entschlossenheit wie auch jene aller gefangenen GenossInnen, die sich nicht beugen und weiterkämpfen, uns ein Beispiel sei, verhindern wir, dass sie isoliert werden, auf dass die Solidarität ihren Herzen Wärme bringe, über die Mauern der Knäste hinweg, für die Vermehrung der Initiativen und die Intensivierung der Kämpfe mit noch grösserem Eifer, mit noch stärkerer Wut.

Auf dass die Angst das Lager wechsle.
Solidarität mit allen Gefangenen, die weiterkämpfen.
Vom 6. bis 12. Dezember Woche der Mobilisierung gegen die Isolation in
Solidarität mit Costa, Billy und Silvia
Anarchistinnen und Anarchisten der Via del cuore; anarchistische Individualitäten aus dem Tessin; il Silvestre; Villa Vegan Squat;Anarchisten und Anarchistinnen von Bologna; Koalition gegen die Schädlichkeiten; Equal rights Forli; Rote Hilfe Schweiz; Lasvegans

Infos: againstthewaiting.blogsport.de