Silvester zum Knast

kleiner

Auch diese Jahr wird es wieder eine Antiknast Demo/Kundgebung in Hamburg geben.
Um 22:30 Uhr startet eine Demo mit dem Motto „Freiheit für Alle! Für eine Welt ohne Knäste und Grenzen!“ zum Knast vom U-Bahnhof Feldstr. Ab 23:30 gibt es eine Kundgebung vor dem Knast Holstenglacis (Nähe U-Messehallen).

Aufruf

Freiheit für Alle! Für eine Welt ohne Knäste und Grenzen!

Die sozialen Angriffe auf unser aller Leben nehmen weiter zu. Immer größere Teile der Bevölkerung werden ihrer Lebensgrundlagen durch Kürzungen im Sozialbereich und Gesundheitswesen mit gleichzeitigen befristeten Niedrigstlohnbeschäftigungen beraubt. Während Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, nehmen staatlich organisierte Eingriffe in unser Leben ständig zu.

Ein Großteil der Gefangenen, welche diese Gesellschaft hervorbringt, ist weggespeert hinter Mauern, weil sie aus sozialen Aspekten heraus, vorhandene Gesetze dieses Staates außer Acht ließen. Gefangene stellen eine logische Konsequenz des kapitalistischen Systems dar.
Knast ist Gewalt und Isolation. Knast ist totale Fremdbestimmung.
Knast ist die letzte Stufe der staatlichen Repression, welche die herrschende Ordnung basierend auf Unterdrücken und Unterdrückt werden, aufrecht erhält. Als Menschen mit emanzipatorischen Ausrichtungen muss es unser Anspruch sein, Konflikte nicht wegzusperren oder wegzuschieben, sondern Ansätze jenseits von Zwang und Unterdrückung zu finden.

Dieses Jahr fanden mindestens zwei Menschen den Tod in Hamburger Knästen. Am 7. März wurde David erhängt im Gefängniskrankenhaus aufgefunden. Er kam aus Georgien und hatte in Deutschland Asyl beantragt, was abgelehnt wurde. Er saß seit Februar in Abschiebehaft und war schon seit geraumer Zeit in den Hungerstreik getreten. Am 16.04. fand Yeni den Tod. Auch sie versuchte nach Deutschland einzureisen und hier zu leben. Dies sind zwei Beispiele dafür, wie das Einsperren Leben zerstört und wie dieser Staat sich seiner Konflikte entledigt.

Wir wollen uns mit den selbstorganisierten Kämpfen der Migrant_innen gegen die rassistischen Zustände solidarisieren. Es werden Grenzen überwunden, um Krieg und politischer Verfolgung zu entgehen oder sich ein besseres Leben zu ermöglichen und in dieser globalisierten Welt am (europäischen) Wohlstand teilzuhaben. In diesem Zusammenhang wird sichtbar, wie Privilegien, Herrschaftsverhältnisse etc. zementiert werden. Individuen, die aus unterschiedlichen Gründen unglaubliche Wege zurücklegen, landen in diesem und anderen Staaten in sogenannten Sammellagern und/oder Abschiebeknästen.

An Tagen wie Silvester, wo viele Menschen, die draussen sind zusammenkommen, feiern und den Alltag unterbrechen, kann Knast für Menschen, die drinnen sind, noch mehr Einsamkeit und Isolation bedeuten. Freundinnen, Freunde, Bekannte und Familie sind an diesen Tagen oft noch weiter weg als ohnehin schon im tristen Knastalltag.

Die Gründe in dieser Gesellschaft im Knast zu landen, sind zahlreich. Ebenso wie die Gründe gegen dieses System Position zu beziehen, Kritik an der herrschenden Ordnung zu üben. Solidarität mit allen Menschen in den Knästen und draussen, die sich mit uns im Kampf gegen Kapitalismus, Staat und jede Unterdrückung befinden.

Freiheit für alle Gefangenen.
Für eine herrschaftsfreie Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!
Für eine Welt ohne Knäste und Grenzen.

31.12.2010 – 22:30 Uhr U-Feldstraße [Hamburg] Demo zum Knast – 23:30 Uhr Kundgebung vorm UG Holstenglacis