Revolte im Abschiebeknast Brüssel

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Am 15. Februar wurde ein junger Ägypter im Abschiebeknast Steenokkerzeel von Beamten gefesselt und geschlagen. Er trägt sichtbare Verletzungen. „Sie haben mich gefangen und 4 Personen haben mich geschlagen. Damit du nie wieder nach Belgien kommst, haben sie zu mir gesagt. Sie haben mich festgehalten und gefesselt, an Händen und Füßen verletzt, ich habe Wunden am Kopf.“ Als Antwort auf den Vorfall sind einige der Insassen in Hungerstreik getreten.
“ Heute starten wir einen offenen Hungerstreik, um gegen die inhumanen Aktionen gegen einen jungen Gefangenen zu protestieren, dieser ist der Folter durch die Wärter ausgesetzt worden. Wir starten mit einem Hungerstreik, aber es gibt die Möglichkeit weiterer Aktionen.“
https://bxl.indymedia.org/articles/1081

Diesen Sonntag 20. Februar gab es eine Soli-Demo vor dem Abschiebeknast.
Die kleine Demonstration von ca. 50 Menschen kam, um ihre Solidarität mit den Hungerstreikenden Gefangenen auszudrücken. In direktem Sichtkontakt, getrennt durch 2 hohe Drahtzäune wird mit Tanspas, Rufen und Megafon der Kontakt zu den Gefangenen hergestellt., auch ein Kontakt-Telefon, auf das die Gefangenen anrufen können existiert. Die Gefangenen berichten von ihrer schlimmen Situation, von einem Hungerstreikenden, dessen Gesundheitszustand nach mehreren Tagen Durststreik kritisch ist, sie berichten von Schlägen seitens der Beamten.

Demonstrant_innen rütteln am Zaun, lautes Rufen, „solidarité, liberté“ „no border no nation“, Plakate mit „freedom for all“, „Menschenrecht in Gefahr“.
Nur wenige Meter trennen die Demonstrierenden drinnen und draußen. Aufgrund der Bauweise des Knastes in einer Mulde, befinden sich die Zellen im ersten Stock (der oberste Etage) beinahe in Augenhöfe mit der Demonstration draußen. Die Wut und Verzweiflung Migrant_innen ist zu spüren.

Auf einmal ist Lärm von innen, aus einer der Zellen zu hören und dann fliegen Schranktüren und andere Einrichtungsgegenstände durch die Gitterstäbe nach draußen! In anderen Zellen wird das Fenster eingeschlagen. In der äußersten Zelle kann man sehen wie Tücher und später auch Kopfkissen angezündet werden. Recht groß schlagen die Flammen durch das geöffnete aber vergitterte Fenster, dann quillt dicker Rauch nach draußen.weiterlesen