Archiv für Januar 2012

Solidarität mit den Hungerstreikenden!

Der Gefangene Anarchist Marco Camenisch ist seit dem 20.01.12 bis zum 29.01.12 gegen das WEF (Ein Wirtschafts- Militär Treffen, das einmal im Jahr in der Schweiz stattfindet und gegen das es Widerstand gibt Infos) im Hungerstreik. Dem haben sich die Gefangenen Silvia Guerini (Hungerstreik, Hindelbank) und Luca
„Billy“ Bernasconi (Verweigerung von Arbeit und Mahlzeiten, Regensdorf) angeschlossen.
Hier die Hungerstreikserklärung von Marco:

Vom 20-29.01.2012 ergreife ich mit einem Hungerstreik die Initiative als solidarische Teilnahme an unserem Kampf gegen das WEF in Davos, wo sich die höchsten der grössenwahnsinningen und gierigen Heuchler, Ausbeuter, Unterdrücker und Zerstörer aus Staat, Kapital und Lakaien wieder einmal in dreister und wohl beschützter Prasserei zur „Rettung“ ihres technoindustriellen Systems treffen, das in der unumkehrbaren globalen Krise steckt.weiterlesen

Solidarisiert euch mit den Gefangenen und schreibt ihnen:

Marco Camenisch,
PF 45,
CH-5600 Lenzburg
Schweiz

Luca Bernasconi
c/o
PF 3143
8105 Regensdorf (ZH)
Schweiz

Silvia Guerini
c/o
Anstalten Hindelbank
PF 45
3324 Hindelbank
Schweiz

Die Sprengung der Gefängnismauern – Olga Taratuta und die Gründung des „Anarchist Black Cross“

von http://radiochiflado.blogsport.de

Im Dezember 1905 wird ein Bombenanschlag auf das Cafe Libman in Odessa verübt, es gibt viele Verletzte. Eine anarchokommunistische Gruppe, die „Chernoe Znamia“ (Schwarze Fahne) bekennt sich zu dem Anschlag.
Chernoe Znamia war eine Gruppe von Student*innen, Arbeiterinnen und Arbeitern, einigen Handwerkern, vereinzelt Bauern und Arbeitslose. Diese vorwiegend jüdischen Anarchist*innen waren zwischen 19 und 20 Jahre jung, und einige der aktivsten gerade 15, 16 Jahre geworden.
„Wir anerkennen einzelne Expropriationen, um Geld für unsere revolutionären Aktionen zu erwerben. Wenn wir das Geld bekommen, töten wir die Person nicht, die wir enteignen. Aber das bedeutet nicht, dass er, der Eigentümer, uns bestochen hat. Nein! Wir werden ihn in den verschiedenen Cafés, Restaurants, Theatern, Bällen, Konzerten und ähnliches finden. Tod dem Bourgeois! Immer, wo auch immer er sein wird, wird er durch eine Bombe oder die Kugel eines Anarchisten eingeholt“
Das Ziel, die totale Zerstörung des Kapitalismus und des Staates. In ihrer Zeitschrift „Anarkhiia“ Proklamationen und Manifestationen gegen die bestehende Gesellschaft und Aufforderung ihrer sofortigen Vernichtung.weiterlesen

Wieder Toter Gefangener in Berlin

auf linksunten.indymedia.org gefunden:

Innerhalb eines Monats gibt es nun schon einen dritten toten Gefangenen in Knästen in Berlin und Hamburg. Nach einem mysteriösen Tod in Polizeigewahrsam in Berlin, einem Selbstmord in der Hamburger U-Haft, tötete sich heute gegen 06:45 in Berlin-Moabit ein Häftling mit einem Feuer. Der Tote (47) wurde seit dem 10.12.2011 wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Fahrens ohne Fahrerlaubnis festgehalten.

Dies zeigt wieder einmal mehr, das der Druck den diese Gesellschaft schon bei bagatellen gegen Menschen ausübt um sie in die gesellschaftlichen „Normverhalten“ zu pressen, manche in die hilflosigkeit und verzweiflung Treibt. Ohne Zweifel kann dieser erneute Vorfall als staatlicher Mord betrachtet werden. Thomas R. auch du bist nicht vergessen!

Für eine Gesellschaft ohne Knäste!


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Ein Flugblatt zu dem Thema:

Wieder ein Toter Mensch im Knast, wieder ein Toter dieses Systems

In der Nacht zum 23. Dezember 2011 hat sich ein 46 jähriger Mensch im Knast Holstenglacis in Hamburg das Leben genommen. Wieder ein Toter in einem Hamburger Knast . Weggesperrt, weil er die Gesetze dieses Systems gebrochen haben soll. Weil er drogenabhängig und nicht verwertbar war. Wie viele andere im Knast Holstenglacis und anderen Knästen und Lagern, hat er sich das Leben genommen. Doch von Selbstmord kann nur schwerlich die Rede sein. Er wurde vom Knast, vom Staat, von dieser Realität ermordet, denn er ist neben vielen anderen ein “Verlust”, den diese einkalkuliert. Wir kannten ihn nicht persönlich, aber es steht fest:

Wir werden es nicht akzeptieren, dass auch nur ein Mensch diesem System der Privilegierten zum Opfer fällt. Ein System, eine Gesellschaft, welche z.B. ohne die ganzen sogenannten Illegalen, Menschen ohne Papiere, nicht existieren könnte und sie gleichzeitig verfolgt und in Lager und Knäste sperrt. Menschen, die zum Teil unter übelsten Bedingungen schuften, den Profit für diese Wirtschaft maximieren und damit ein wichtiges Rädchen im kapitalistischen System darstellen. Ein Rädchen in einer Gesellschaft, in der menschenverachtende Gesetze und Repressalien dafür sorgen, dass Individuen ihren Platz auf dieser Welt, in dieser zweifelhaften Hierarchie akzeptieren.

An der Spitze der Repression steht der Knast. Für unsere Kritik an den Mauern, welche sich durch die Gesellschaft ziehen, ist es völlig gleichgültig, welchen Zweck diese erfüllen (sollen). Das heißt, für uns hängt die Ablehnung der Knäste nicht davon ab, ob eine_r inhaftiert ist, weil er_sie abgeschoben werden soll oder weil er_sie es für nötigt sah, in diesem Staat geltende Gesetze zu brechen um zu überleben oder ein Leben zu führen, das als eines bezeichnet werden kann. So ist ein Großteil der in diesem Land Gefangenen z.B. wegen Umsonstfahren, Diebstahl, Verstoß gegen das BTM-Gesetz usw. hinter Gittern. Der Knast und die Gefangenen sind die logische Konsequenz des kapitalistischen Systems, weshalb sich die Frage nach Schuld oder Unschuld nicht stellt, denn das liegt immer im Auge des_der Betrachtenden, der gesellschaftlichen Stellung. Natürlich gibt es hinter Gittern genau wie auf der Straße Menschen, die andere unterdrücken und diskriminieren und denen wir uns in den Weg stellen und eine Auseinandersetzung führen müssen – aber ein Wegsperren wird nichts verändern und keine Konflikte lösen.

Momentan, in Zeiten, in denen es für Europäer_innen eine weitgehende Reisefreiheit gibt, ist es gesellschaftlich etwas einfacher vermittelbar, für ein Bleiberecht einzutreten, während z.B. ein Bankraub undenkbar erscheint. Doch am Ende wollen wir das Gleiche: Ein Leben in Freiheit. Verhältnisse ändern sich, wie uns die Revolten in Griechenland, England, sowie in Nordafrika gezeigt haben und da es eine Tatsache darstellt, dass Knäste außer Disziplinierung vieler, zu Gunsten weniger, keinen Zweck erfüllen, werden wir für eine Welt ohne Knäste, ohne Herrschaft kämpfen.

Wir wollen die akzeptierte Existenz von Abschiebungen, Knästen, Staaten und
Grenzen beenden!
Wir wollen die Freiheit für alle!
Für eine soziale Revolte!

Das Flugblatt gelayoutet, zum selbstausdrucken und verteilen: download

Silvia wurde verlegt!


Die italienische Anarchistin Silvia, die zur Zeit in der Schweiz inhaftiert ist, wurde in den Knast nach Hildenbank im Kanton Bern verlegt. Silvia wurde zusammen mit ihren Gefährten Billy und Costa zu einer Knaststrafe verurteilt, weil sie geplant haben, ein sich (damals) im Bau befindliches Forschungszentrum des Konzerns IBM mit einem Anschlag zu zerstören. In diesem Zentrum sollte hauptsächlich Nano-Technologie Forschung betrieben werden. Diese ist eine von vielen Technologien der Herrschafft, deren Folgen nicht einschätzbar sind und die eine Gefahr für alles Leben darstellt. Außerdem hat ein Großteil der Forschung und Nutzung von Nanotechnologie, wie bei aller Technologie, ihren Ursprung in Militär- und anderer unterdrückerischer Forschung. Hier ein Text zu Nano-Technologie und sozialer Kontrolle; „Die winzigsten Monströsitäten-Nanotechnlogie und soziale Kontrolle von Wolfi Landstreicher: ch.indymedia.org/media/2010/05//75714.pdf

Schreibt den Gefangenen! (Silvia spricht kein Englisch oder Deutsch aber Solidarität lässt sich auch mit Bildern,Postern… zeigen und vielleicht kann ja doch wer italienisch.)

Bis Alle frei sind!

Silvia Guerini
PF 45
3324 Hindelbank
Schweiz