Archiv für Juli 2012

1.-10. August: Aufruf von Contra Info für Propagandaaktionen gegen Repression


Wir rufen in den folgenden zehn Tage zu Propagandaaktionen in so vielen Orten wie möglich auf mit der Absicht, soziale Kämpfe, die einigen mehr, anderen weniger bekannt sind, zu unterstützen.
Individuen und / oder Gruppen, die sich in diesen zehn Tagen anschließen wollen, wählen selbst die Thematik und die erforderlichen Mittel – je nach eigenen Kriterien und Dynamiken. Ziel ist es die internationale und gegenseitige Solidarität unter den Unterdrückten zu stärken.

Wir empfehlen allen voran, auf die Straßen zu gehen und Parolen an Wände zu malen oder Transpis in Solidarität mit Fällen, die wir für wichtig erachten, an markanten Plätzen aufzuhängen. Wir haben ähnliche Aktion in Athen in den letzten Monaten durchgeführt und ihr habt solche Aktivitäten sicher auch in verschiedenen Situationen ausgeführt. Wir müssen jedoch einen Schritt vorangehen und solche Aktionen gleichzeitig und koordiniert auf einem europäischen Level – und hoffentlich darüber hinaus – zu vollziehen. Einige von uns sind in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Serbien, Portugal, Italien, Griechenland, aber auch in Amerika. Daher können aus einer simplen Aktion etwas Großes erreichen. Für jene, die sich allein in ihren Orten fühlen, wo sie leben, mag es sicher härter sein… Aber alles, was du brauchst, ist ein Stück Stoff, Farbe oder Spraydosen und einen netten Ort. Wo immer ihr auch seid, ruft eure Kumpels und verbreitet das Wort.

Vom 1. bis zum 10. August werden wir Transpis in verschiedenen Orten platzieren, Poster und Flyer verbreiten, Parolen an Wände schreiben oder jegliche andere Aktionen ausführen, die der Ausdehnung des anarchistischen/libertären Diskurses jenseits von staatlichen- und Sprachbarrieren fördern. In dem Sinne freuen wir uns, Dokumentationen in Form von Fotos und/oder geschriebenem Material von so viel wie möglich Aktionen, wo immer sie auch stattgefunden haben, zu erhalten und weiter zu verbreiten.

Im frühen August werden wir unsere Anstrengungen koordinieren und unsere Stimmen gegen die Repression und die Gesellschaft der Knäste, gegen die Staaten und ihre Grenzen, gegen das Kapital und seinem Profit erheben. Wir können viele sein; wir können überall sein.

Für eine Informationsguerilla…
Das Gegeninformationsnetzwerk Contrainfo.espiv.net

28.07. Hamburg Soli Event zur Situation in Belarus FÄLLT LEIDER AUS!

Leider müssen die Gefährt_Innen aus Belarus die Tour wegen Krankheit absagen! Wir senden viel Kraft, Gesundheit und solidarische Grüße!

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Info-Veranstaltung
Anarchismus in Belarus
Belarus wird vom Präsidenten Lukaschenko seit 1994 regiert. Durch die Methoden, wie die Stabilität im Lande hergestellt wird, wurde sein Regime im Westen öfters “die letzte Diktatur Europas” genannt. Seit den letzten zwei Jahren ist das Land aber nicht mehr so stabil.
Die Wirtschaftssituation verschlechtert sich schnell. Lukaschenko hat immer weniger Unterstützung, es gibt immer mehr Proteste – aber auch Repression. Laut neuen Gesetzen sind Versammlungen de Facto illegal geworden, viele politisch aktive Menschen werden observiert, mit Festnahmen, Verhören und Einschüchterungen konfrontiert.
Die Anarchst*innen aus Belarus werden über die politische Situation, anarchistische Bewegung und über die aktuelle Lage erzählen. Die Veranstaltung wird ins Deutsche und/oder nach Bedarf ins Englische übersetzt.
Es werden Bildmaterial und Videos gezeigt. Im Anschluss stehen euch die Leute aus Belarus gerne zur Diskussion bereit.

Lenkin.Hop ist eine Anarcha-Rapperin aus Belarus.
Seit einigen Jahren macht die Anarchistin HipHop über ihr Leben und politische Aktivität, wo Lyrik und Wut aufeinander treffen.
zum reinhören: http://soundcloud.com/lenkin-hop

Sägeblatt – anarchistischer Newsletter zu Repression, Solidarität, Gefangenen und ihren Kämpfen


Mit dem Sägeblatt wollen wir in regelmäßigen Abständen Informationen und Entwicklungen über repressive Angriffe des Staates und über Gefangene und ihre Kämpfe in gedruckter Form verbreiten. Dies soll unabhängig von der Schnelllebigkeit und der erdrückenden Informationsflut des Internets geschehen.

Wir wollen die Solidarität mit Gefangenen und mit denen, welche durch die Repression in ihrem Kämpfen eingeschränkt werden, verbreitern. Dabei geht es auch darum den Kampf gegen Knäste und alle Formen der Einsperrung in dieser Knastgesellschaft fortzuführen, hin zu einer befreiten Gesellschaft.

In Hamburg und Berlin wird das Sägeblatt an den bekannten Orten in gedruckter Form zu finden sein. In anderen Städten soll es das Ziel sein, dass Menschen, die unsere Projekt unterstützen wollen, selbstständig Kopien anfertigen und diese verteilen. Die jeweils aktuelle Ausgabe wird immer unter www.abc-berlin.net/saegeblatt zu finden sein.

Hier die erste Ausgabe von Juli 2012: als PDF

ABC Berlin + Anarchist_innen in Solidarität

Großer Polizeieinsatz gegen Anarchist_innen in Thessaloniki, 34 Festnahmen


Heute morgen (2. Juli) gab es einen extrem großen Polizeieinsatz in der griechischen Stadt Thessaloniki. Ziel war die lokale anarchistischen Szene.
Die Polizei stürmte die anarchistische Besetzung Nadir ungefähr um 06.30 Uhr. Es wurden mehrere Leute festgenommen. Sie stürmten dann auch den anarchistischen Wohn-Squat Orfanotrofeio. Auch dort gab es Festnahmen. In der selben Zeit überfielen die Bullen Häuser und Wohnungen von Anarchist_innen wobei nochmal min. 6 Menschen inhaftiert wurden.

Die Medien berichten, dass die Polizeioperation Teil von Ermittlungen wegen Ereignisse der letzten Monate in der Stadt sei(welche Ereignisse, ist nicht klar …)
Um 13:15 Uhr, hies es „34 In Gewarsamnahmen, von denen 25 in die Festnahmen umgewandelt werden“ – also jene 25 Personen werden mit Anklagen konfrontiert.
Weitere Infos, wenn es welche gibt.

KEINE REBELL_IN IN DEN HÄNDEN DES STAATES! SOLIDARITÄT!

Italien- Operation Ardire- Ein Brief von Stefano Fosco, einer der Genossen von Culmine, geknastet am 13. Juni


Ein Bandit im Käfig

Danke für die warme Unterstützung der Genoss_innen von Cassa Antirepressione delle Alpi Occidentali (Antirepressions- Solidaritäts- Fonds westlich der Alpen).
Am 13. Juni bin ich in Pisa mit meiner Genossin Elisa im Rahmen, der vom Gericht in Perugia angeordneten „Operation Ardire“, verhaftet worden.
Die Carabinieri ROS brachen unsere Tür auf und brachten mich zur Polizeikaserne, wo ich identifiziert, einer DNA-Probe und fiesen Provokationen ausgesetzt wurde. Später wurde ich ins Don Bosco Gefängnis in Pisa gebracht. Am 16. Juni wurde ich vom Vor-Untersuchungsrichter ausgefragt, aber – selbstverständlich- machte ich von meinem Aussageverweigerungsrecht gebrauch. Den nächsten legalen Schritt macht das Untersuchungsgericht.
Aus Gründen, die ich noch erklären werde, war ich nicht in der Lage auf irgendeinen Informationskanal zuzugreifen, dementsprechend habe ich nur eine grobe Vorstellung, von dem, was passiert ist. Zum Beispiel weiß ich nichts über die Leute, die unter Beobachtung stehen, neben den 10 von uns, die festgenommen wurden, noch weiß ich etwas über das Resultat der 40 Durchsuchungen.
Die Anordnung meiner Untersuchungshaft ist mehr als 200 Seiten lang und beinhaltet ziemlich schwere Anschuldigungen: Ich werde angeklagt als führender Kopf eine endlose Liste direkter Aktionen geplant und mit durchgeführt zu haben, sowie für das Koordinieren und Aufrufen von Solidaritätskampagnen für anarchistische Gefangene auf der ganzen Welt, verantwortlich zu sein. Wie auch immer, wie bedenklich die Anklagen gegen mich sind, werde ich nach sorgfältiger Überprüfung meiner Akte herausfinden.
Ich kann davon ausgehen, dass das Schema der Ermittler dasselbe sein wird, wie das der vielen aussichtslosen Behauptungen der 1970er und 1980er Jahre. Der wichtigste Unterschied ist, dass dieses Mal der anarchistische Blog „Culmine“ im Fokus der Ermittlung steht. An diesem Punkt ist zu sagen, dass die vermeintliche Freiheit des Gebrauchens sogenannter Gegeninformation über das Internet, einer Reflexion in der anarchistischen Bewegung bedarf. weiterlesen