Archiv für Januar 2013

Gabriel Pombo da Silva wurde nach Spanien verlegt – neue Adresse


Der anarchistische Gefangene Gabriel Pombo da Silva wurde am 18. Januar von Deutschland nach Spanien verlegt, wo er die Reststrafe für die Verurteilung in Aachen absitzt wird. Außerdem erwarten ihn in Spanien auch noch weitere Jahre Knast, denen er sich durch seine Flucht entzogen hatte.

Sobald seine Adresse bekannt ist, und auch Gabriel sich zu Wort geäußert hat, werden wir dies hier verbreiten.

Freiheit für Gabriel! Freiheit für alle!

Hier seine neue Adresse:

Gabriel Pombo Da Silva
Centro Penitenciario Madrid V
Soto del Real
28770
A.C. 200
Madrid
Spain

Solidarität mit dem rebellischen Gefangenen Rudolf – seit vier Wochen im Hungerstreik

Bereits seit 4 Wochen befindet sich Rudolf schon im Hungerstreik im Kaisheimer Gefängnis in Bayern. Doch die Knastleitung tut alles dafür, Informationen über Rudolfs Hungerstreik und seinen Forderungen nicht nach außen dringen zu lassen.
Seinen Forderungen u. a. nach Substitution in Haft, Schmerzfreiheit, Auflösung der Postzensur, Aufhebung seiner Haft in der Absonderungsabteilung, ist die Knastleitung bis jetzt nicht nachgekommen. Rudolf, der mittlerweile an die 18 Jahre in Haft ist, hat weder all zu große Hoffnung, noch Erwartungen an den Knast, dennoch findet er mit diesem Kampf gegen die Entmündigung durch das Knastsystem, einen Weg sich seine Würde zu bewahren.
Dies gilt es zu unterstützen!

Schreibt ihm oder überlegt euch wie von draußen Druck aufgebaut werden kann!

Rudolf Leuchtmann
JVA Kaisheim
Abteistraße 10
86687 Kaisheim

Ein Brief von Rudolf vom 1. Januar 2013

„Bis jetzt geht es mir noch gut [4,3 kg in 18 Tagen verloren] …. Weißt du, ich traue der bayrischen Justiz alles zu… Ich wurde am 28.12. in Dauerverschluss genommen. Angeordnet durch die Regierungsrätin, das beweist wieder mal die geistige Grundhaltung der Justiz. Man muss sich vorstellen, nun befinde ich mich eh schon auf einer Absonderungsabteilung mit restriktiven Möglichkeiten und bin nun noch mal zusätzlich im Knast eingesperrt, sozusagen dreimal, einmal die Mauer, zweimal der Knast und dreimal in meiner Zelle.

1 Std Hofgang und 2-3 mal duschen die Woche, alles ohne rechtliche Begründung- nur eine Anordnung. Von meiner Seite aus folgt der Vergeltungsschlag, weil sie betreiben ständig Rachemaßnahmen, weil sie meinen, denken, handeln sie leben im Absolutismus und Revanchismus. Und vor allem wehrhafte Knackis benötigen eine Spezialbehandlung. Aber sie denken eben nicht weiter, was nach der Haft ist z.B. Ich werde eben doch nach der Haft weiter machen….“

Solidarität mit Marco Camenisch


Aufruf zu den dezentralen Aktionstagen 5. und 6. Ferbuar 2013 und ein paar Infos über die aktuelle Lage von Marco Camenisch
Aufruf zu den dezentralen Aktionstagen 5. und 6. Ferbuar 2013

Seit nun mehr als 20 Jahren sitzt der anarchistische Gefangene Marco Camenisch in den Schweizer Knästen. In den 70ern und 80ern nahm er an den militanten Kämpfen der Anti-Atombewegung teil. Das erste Mal wurde er 1981 verhaftet. Nach dem Ausbruch aus dem Lager Regensdorf wurde er 1989 in Italien eingeknastet. 2002 lieferten ihn die italienischen Staatsschergen an die Schweiz aus. 2012 hat er zwei Drittel seiner Haftstrafe abgesessen. Die in der Schweiz übliche Praxis ist, dass die Gefangenen bei sogenannt guter Führung nach zwei Dritteln auf Bewährung aus dem Knast entlassen werden. Da Marco jedoch seine Kämpfe auch im Knast weiterführt und seine Feindschaft mit dem herrschenden System und seine grünanarchistischen Perspektiven weiterlebt, wird seine Freilassung verweigert.

Marco ist nur einer unter vielen. Es sind weltweit Menschen eingekerkert, die sich von diesen ausbeuterischen Herrschaftsverhältnissen nicht unterdrücken lassen und für ihre Ideen weiterkämpfen. Auch die Gefangenen sind nur ein kleiner Teil. Überall kämpfen Leute gegen die Unterdrückung durch die Autoritäten und ihre Institutionen auch ausserhalb der Mauern. Neben den alltäglichen Kämpfen ist es wichtig, unsere GefährtInnen hinter den Mauern nicht zu vergessen und nicht verrotten zu lassen.

Knäste sind ein Ausdruck einer Gesellschaft die auf Unterdrückung und Ausbeutung basiert. Individuen, die sich der herrschenden Ordnung widersetzten, werden weggesperrt zunehmend als psychisch krank abgestempelt. Die Verwahrung ist das geeignete Instrument, das den Herrschenden die Möglichkeit verschafft, sich der widerständigen Menschen zu entledigen und trotzdem ihre heuchlerische Rechtsstaatlichkeit aufrecht zu erhalten.

Lassen wir uns von ihren Drohungen und Repressionsapparaten nicht einschüchtern!
Für uns ist klar, Freiheit wird erkämpft! Sie kann nicht als Forderung an den Staat gestellt werden!

Das Herz im Käfig, die Wut im Herzen… Solidarität mit Mike!

In der Nacht zum 1. Mai 2009 ist eine Mitstreiter_in, Zoe, 24 Jahre alt, beim Hantieren mit Natriumchlorat (geeignet zum Bau von explosiven Gegenständen und Rauchpulver – je nach Gemisch) in Chambery in Frankreich ums Leben gekommen. Ein weiterer Mitstreiter, Mike, wurde dabei schwer verletzt und lag im künstlichen Koma auf der Intensivstation im Krankenhaus. Jetzt nach über 3 Jahren, nach Anti-Terror Ermittlungen, nach einem Gerichtsverfahren in dem Mike verurteil wurde, musste er am 7. Januar seine Haftstrafe antreten. Wir fühlen uns mit ihm, seinen Worten, seinen anti-autoritären Ideen verbunden und wollen ihm unsere Solidarität zeigen. Wir wollen in nächster Zeit über seine Situation sowie über seine konsequente Haltung dem Gericht gegenüber berichten. Hier nun eine aktuelle Nachricht von Mike aus dem Knast.
Schreibt Mike, zeigt euch solidarisch und lasst der Wut freien lauf!

Freiheit für alle!

Das Herz im Käfig, die Wut im Herzen…
Neuigkeiten von Mike aus dem Knast in Chambéry

Seit dem 7. Januar sitze ich eine viermonatige Haftstrafe aufgrund der Herstellung eines Sprengsatzes im Jahr 2009 ab, bei dessen versehentlicher Explosion meine Mitstreiter_in Zoé ums Leben kam und ich schwer verletzt wurde.

Ich will kein Mitleid bei euch erregen. Ich bin kein unschuldiges Opfer, dass sich mit einer verhältniswidrigen Rechtssprechung konfrontiert sieht, sondern einer von vielen, der sich nicht mit der tristen Realität, die diese Gesellschaft für ihn bereithält, abfinden wollte und den der Staat einsperrt um seine Kontrolle auszubauen und seine Autorität zu wahren.
Ich bin kein revolutionärer Vorkämpfer, dessen Beispiel alle folgen sollen, und der leiden will um die Revolte der Mitstreiter_innen zu entfachen. Ich bin nur ein Mensch, auf der Suche nach kollektiver Emanzipation durch die Zerstörung der sozialen Strukturen und der Normen von denen der Staat und das Kapital profitieren.
Im Sinne meiner revolutionären Wünsche lehne ich die Trennung zwischen „politischen“ und „sozialen“ Gefangenen ab und bezeichne mich als „politischen Gefangenen“, genauso wie alle anderen eingesperrten Menschen auch.

Ich bin nur ein menschliches Wesen, das nach Freiheit hungert und versucht gemäß der eigenen anti-autoritären Einstellung zu leben und zu kämpfen, in einer Gesellschaft die auf Unterdrückung und Herrschaft aufgebaut ist. Nun muss ich logischerweise die Konsequenzen meiner Entscheidungen hinnehmen.
Wenn meine Situation Wut auslöst, steht es jede_r frei, danach zu handeln und dieser Wut Ausdruck zu verleihen.
Auf dass die Wut nicht hinter Angst verschwindet, es lebe die Revolte!!! Nieder mit dem Knast und dieser mit Scheiße zubetonierten Welt, Freiheiht für alle!

P.S.: Während dieser Monate, in denen ich eingesperrt bin, ist es möglich mir an diese Adresse zu schreiben:

Michaël Dupanloup
N°23 007
M.A de Chambéry
151 rue Belledonne
73011 Chambéry France

Für alle, die nie wissen, was sie Gefangenen schreiben sollen: Ihr könnt auch beim großen Postkartenwettbewerb mitmachen, der nicht einmal die Lächerlichkeit fürchtet…

Neue Ausgabe vom Sägeblatt – Januar 2013


Mit dem Sägeblatt wollen wir in regelmäßigen Abständen Informationen und Entwicklungen über repressive Angriffe des Staates und über Gefangene und ihre Kämpfe in gedruckter Form verbreiten. Dies soll unabhängig von der Schnelllebigkeit und der erdrückenden Informationsflut des Internets geschehen.

Wir wollen die Solidarität mit Gefangenen und mit denen, welche durch die Repression in ihrem Kämpfen eingeschränkt werden, verbreitern. Dabei geht es auch darum den Kampf gegen Knäste und alle Formen der Einsperrung in dieser Knastgesellschaft fortzuführen, hin zu einer befreiten Gesellschaft.

Unser Ziel ist es, dass Menschen, die unsere Projekt unterstützen wollen, in ihrem Städten selbstständig Kopien anfertigen und diese verteilen.

Hier die Ausgabe von Januar 2013: als PDF und als Druckvorlage

ABC Berlin + Anarchist_innen in Solidarität (Hamburg)