Archiv für Februar 2013

Frankreich: From one prison to another

Am 16. Dezember 2012 versuchten 5 Menschen aus dem Abschiebeknast in Massy- Palaiseau zu entkommen. Vier von ihnen schafften es, der Fünfte jedoch, Ibrahim, wurde von der Polizei geschnappt und zusammengeschlagen. Er wurde für zwei Tage in Gewahrsam genommen und kam dann vor einen Richter, mit der Beschuldigung einen Polizisten überwältigt zu haben, um seinen Sicherheitspass zu stehlen, mit dem es den anderen möglich wäre abzuhauen.
Ibrahim saß bis zum 18. Januar 2013 in Untersuchungshaft Fleury- Merogis. An diesem Tag wurde er vom Gericht zu 2 Jahren Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (Schmerzensgeld, das er an 2 Bullen zahlen soll, die ihn beschuldigten, gewalttätig gewesen zu sein) verurteilt. Aus einem Abschiebelager zu fliehen ist nicht verboten; deswegen hat die Polizei und das Gericht sich nicht gescheut, Ibrahim andere Taten zur Last zu legen.
Ibrahim sitzt zur Zeit in Fleury- Merogis Gefängnis. Gegen seine Strafe legte er keine Beschwerde ein. Wenn ein Mensch isoliert ist, dazu ein_e Migrant_in, die_der nicht gut französisch spricht und keine_n Verteidiger_in hat, ist es geradezu unmöglich zu wissen, dass sie_er 10 Tage hat, um in Berufung zu gehen. Die Justiz zerquetscht uns noch mehr, bloß weil wir keine Papiere haben und arm sind.
Von einem Knast zum anderen, vom Auffanglager für Migranten zum Strafvollzugsgefängnis, der Weg ist klar, in beide Richtungen. Die Mächtigen werden immer Revolten, Ausbrüche, Ablehnungen von Asylanträgen nutzen, um aufsässige Personen vermehrt einzusperren. Und umgekehrt, was erwartet uns in den meisten Fällen nachdem wir aus dem Knast entlassen werden wieder ohne Papiere – Abschiebelager und die darauf folgende Abschiebung.
Wenn du eingesperrt in einem Abschiebelager bist, wenn alle legalen Rechtsmittel ausgeschöpft sind und deine Abschiebung bevorsteht, dann bleibt dir nur die Möglichkeit auszubrechen und zu wüten. Das sind die Gründe warum sich diese Geschichte immer wieder wiederholt: ein paar Tage vor dem Ausbruch aus dem Palaiseau – Lager, flüchteten 3 Menschen vom Abschiebelager in Vincennes und wir hoffen sie sind weiterhin auf der Flucht. Im März 2011 legten Gefangene Feuer im Gefängnis für Migranten in Canet (Marseille). Seitdem sind 2 Leute unter richterlicher Aufsicht und warten auf die Gerichtsverhandlung.
Zu Ibrahim und denen im Fall von Marseille – es ist wichtig Solidarität zu zeigen mit denen, die für ihre Freiheit revoltieren, egal ob sie schuldig sind oder nicht. Solange es Knäste, Papiere und Grenzen gibt, bleibt die Freiheit nur ein Traum.

Feuer den Knästen! Freiheit für alle!

Lassen wir Ibrahim nicht allein, ihr könnt ihm schreiben:
Ibrahim El Louar
écrou n°399815, Bâtiment D4 – MAH de Fleury-Mérogis
7 avenue des Peupliers, FR-91705 Sainte-Geneviève-des-Bois France

Falls ihr weiteren Kontakt haben wollt oder Kleider spenden möchtet, schreibt an evasionpalaiseau@riseup.net

Solidarität mit den rebellischen Gefangenen- Rudolf Leuchtmann verlegt!

Rudolf Leuchtmann, ein rebellischer Gefangener, der in Bayern gefangen ist, ist von Kaisheim nach Bernau verlegt worden. Er hat seinen Hungerstreik abbrechen müssen, weil seine Nierenwerte bedrohlich waren.
Vor der „Verlegung“ war er noch 5 Tage im Videoüberwachungsarrest, ihm geht es aber den Umständen entsprechend gut. Er ist natürlich sauer was die Bande mit ihm abgezogen hat.

Schreibt ihm und zeigt ihnen das ihre Isolation und Schikane die Solidarität nicht brechen kann!

Rudolf Leuchtmann,
c/o JVA
Baumannstr. 81,
83233 Bernau

Gabriel erneut verlegt

Der Anarchist Gabriel Pombo da Silva, der vor kurzem von Deutschland nach Spanien ausgeliefert wurde, wurde nun von Madrid in den Süden verlegt. Gründe sind nicht bekannt aber es geht ihm wohl soweit gut. Gabriel wurde kurz nach seiner Auslieferung sofort in eine der höchsten Isolations-Stufen verlegt (Fies). Solidarität kennt ihre Grenzen nicht!

Gabriel Pombo da Silva
Centro Penitenciario Alicante II,
Ctra. N-330, km. 66,
03400 Villena (Alicante)
Spain

neue Rubrik – Anarchistische Blätter

Anarchistische Blätter
Hier findet ihr ab jetzt eine Auswahl anarchistischer Publikationen aus dem deutschsprachigen Raum. Sobald eine neue Ausgabe erscheint, versuchen wir diese hier auch immer zur Verfügung zu stellen. Solltet ihr selbst eine anarchistische Zeitung machen, meldet euch und wir gucken ob es Affinitäten gibt und euer Projekt hier Platz hat.

Die Rubrik findet ihr oben in der Leiste.

1 Jahr und 5 Monate „Schwarzes“ Schwarzenbek – Ein persönliches Resümee

Hier ein Text der anarchistischen Gruppe Schwarzenbek. Wir senden den Gefährt_innen viel Kraft für ihre kommenden Projekte und Kämpfe und senden unsere Solidarität.

Aktuelle Infos zu anarchistischen Projekten in Schwarzenbek:
http://agsbk.blogsport.de,
http://ilsbk.blogsport.eu/,
http://flaechenbrand.blogsport.de/


Kurzes Vorwort
: Wir wollen uns hier auf keinen Fall nur beschweren oder gar in eine Opferrolle stecken, sondern, damit keine Missverständnisse aufkommen, nur unsere subjektiven Erfahrungen als Anarchist_Innen in einer dorfähnlichen Kleinstadt wiedergeben.

Vor einem Jahr und fünf Monaten bildeten wir mit der Absicht der Szeneisolation zu entfliehen die anarchistische Gruppe Schwarzenbek. Doch warum genau in Schwarzenbek und nicht weiterhin in Hamburg? Ganz einfach: Wir wollten raus aus den großen Städten in denen es schon „alles“ vom Autonomen Zentrum bis hin zur Punker_Innenkneipe gab. Wir wollten nicht länger selbst dafür verantwortlich sein, noch mehr als ohnehin schon marginalisiert zu werden. Wir wollten nicht länger unsere Kräfte in Autonome Zentren stecken, in denen sogenannte „Bürger_Innen“ niemals rein gehen würden und wenn sie es täten, mit dem Gefühl begrüßt werden, nicht erwünscht zu sein. Wir wollten etwas von Anfang an, an einem Ort an dem es keine Szene, Bewegung o.ä. gab, schaffen und zwar für jeden Menschen.weiterlesen