Archiv für März 2013

Solidarität mit Totalverweigerern in Finnland


Der Anarchist Topi Lauko hat am 18. Dezember seine Haftstrafe vom 18.12.2012 in einem Knast mir niedriger Sicherheitsstufe angetreten. Er wurde Mitte Februar in den offenen Vollzug verlegt. Er würde sich sehr über Kontakt aus aller Welt freuen. Er wird wohl am 24. April entlassen. Neben Topi gibt es zur Zeit noch mindestens 1 weiteren Totalverweigerer der zur Zeit in Finnland im Knast sitzt. Er sitzt bis zum 5. Juni.
Jedes Jahr werden einige Duzend Menschen in Finnland für ihre Verweigerung von Armee und Zivildienst verurteilt. Unter ihnen Anarchist_innen, Friedensaktivist_innen sowie alle möglichen Leute die inhaftiert werden für ihren Unwillen zu „dienen“. In Finnland ist der Armeedienst 6-12 Monate und der Zivildienst ist 12 Monate lang. Das standart Urteil sind 179 Tage, wenn man einen Teil des Dienstes abgeleistet hat ist die Strafe kürzer. Zum Teil wird die Haft auch gegen Hausarrest mit elektronischer Überwachung ersetzt.

Gegen jeden Militarismus! Gegen jede Autorität!

Schreibt den Totalverweigerern:

Topi Louko
Vehnämyllynkatu 4
33560 Tampere
Finland

Jaakko Jekunen
Suomenlinnan vankila
Suomenlinna C 86
00190 Helsinki
Finland

plus d‘écrou mais toujours les crocs!! Zur Haftentlassung von Mike, angeklagt nach der Explosion 2009 in Chambéry


Am 9. März 2013 bin ich, nach fast vier Jahren Repressionsverfahren, aufgrund einer Explosion im Mai 2009 in Chambéry, bei der meine Mitstreiter_in Zoé ums Leben kam und ich schwer verletzt wurde, aus der Haft entlassen worden. Ich habe insgesamt etwas mehr als 4 Monate verletzt in den Kerkern des Staates verbracht (2 nach dem Unfall in U-Haft und 2 nach dem Prozess) und mehr als 3 Jahre unter Kontrolle der Justiz, mit einem Alltag, der sich nach der Zeit und den Beschränkungen der Justiz richtete, sowie dem Risiko einer Rückkehr ins Gefängnis für jedes Bisschen Freiheit, das ich ihren Zwängen regelmäßig abringe.
Obwohl das Verfahren abgeschlossen ist und da die Justiz stets versucht, auf lange Zeit die Kontrolle zu behalten, habe ich noch 6 Monate auf Bewährung mit Androhung einer weiteren Strafe im Falle eines Rückfalls. Auch wenn ich jetzt entlassen bin, ist es offensichtlich dass dieses Kapitel der Vergangenheit nicht abgeschlossen ist, da Zoé eine schmerzhafte Leere in meinem Herzen hinterlässt, genau wie in den Herzen derer, die ihr nahestanden. Außerdem hinterlassen das Gefängnis und meine Verletzungen unauslöschbare Spuren in meinem Kopf und an meinem Körper. Es versteht sich von selbst, dass ich nicht versuchen werde die Spätfolgen meiner Verletzung zu begraben und dass meine Wut auf dieses soziale System dadurch noch bestärkt wurde genau wie meine Entschlossenheit, für eine Welt ohne Herrschaft und Unterdrückung zu kämpfen.
Ich möchte diesen kleinen Text auch nutzen, um mich bei allen zu bedanken, die sich während meiner Haft mit mir solidarisiert haben und für die vielen Briefe und Postkarten, durch die ich diese Zeit so angenehm wie möglich überstehen konnte, sowie bei der Soli-Kasse Kaliméro für ihre finanzielle Unterstützung während der Ungewissheit des Gefängnisses.
Denn die Freiheit wird immer illusorisch sein, solange die Menschen mit Zwangsinhaftierung und staatlicher Kontrolle konfrontiert sind. Denn eine Welt ohne Herrschaft und Unterdrückung wird nicht gewählt und nicht erbettelt, sondern erschaffen, es leben die Revolten! Nieder mit dieser Scheißwelt und alles was ihr erlaubt zu existieren!

Mike contact: soutien25mai“chez“riseup.net

Leipzig: In ewiger Erinnerung an den anarchistischen Genossen Lambros Foundas, Mitglied der Organisation „Revolutionary Struggle“

Drei Jahre ist es nun her, dass der Anarchist Lambros Foundas, ein Mitglied der Stadtguerilla Organisiation Epanastatikos Agonas (Revolutionärer Kampf), bei einer bewaffneten Auseinandersetzung mit den Bullen ums Leben kam. Neben Solidaritäts und Erinnerungs- Aktivitäten in Griechenland möchten wir ein Plakat aus Leipzig dokumentieren:

Neue Ausgabe des Sägeblatt erschienen

Es ist die März Ausgabe des Sägeblatt erschienen und ab sofort in der Rubrik anarchistische Blätter zu finden außerdem sollte di Ausgabe in dem Infoladen/Zentrum/Buchladen… in eurer Stadt ausliegen. Sollte dem nicht so sein kontaktiert bitte das Sägeblatt.

Sägeblatt März

Hungerstreik gegen Kontrolle und Schikane


Stammheim, den 26.02.2013

An alle…
Seit dem 26.02.2013 befinde ich mich im Hungerstreik.

Gegen 12.30 Uhr kamen zwei Schließer der Anstalt zu mir auf Zelle und forderten
eine Urinprobe. Sie meinten, es bestehe der Verdacht auf Mißbrauch von
Medikamenten, die unter das BtmG fallen.

Natürlich wollte ich den Grund wissen, was für ein Verdachtsmoment bestehe.
Daraufhin bekam ich keine Antwort. Natürlich habe ich die Urinkontrolle
verweigert, da es keine Begründung für diese Maßnahme gibt.

Gegen 14 Uhr habe ich über die Sprechanlage versucht mir nochmal Informationen
zu holen, warum bzw. was es für eine Begründung für diese Kontrolle gibt. Da
wurde mir gesagt, diese wurde obligatorisch, in Form von Stichproben gemacht.
Die Schließer, die vorher bei mir auf Zelle waren sprachen aber von einem
Verdacht. Als ich wieder wissen wollte worauf sich dieser Verdacht begründet,
kam von der Frau Köter, die Schließerin an der Sprechanlage die Antwort: Sie
wisse das nicht, aber ich hätte ab sofort Sicherungsmaßnahmen.

Sicherungsmaßnahmen bedeuten in dem Fall, dass ich an keiner Gruppe oder
Freizeit mehr teilnehmen darf. Dies bedeutet 23 Stunden Aufenthalt in der Zelle.
Eine Stunde Hofgang am Tag, das war es.

Ich verweigere die Mitarbeit nur, weil sie mir keinen plausiblen Grund nennen.
Ohne Benennung des Verdachtsmoments gibt es keinen Grund eine Urinprobe
abzugeben und Ihnen die Kontrolle und Schikanierung zu vereinfachen. Sie
widersprechen sich, einmal ist es so ein Verdacht, plötzlich eine Stichprobe.
Auf jeden Fall ist es eine Demütigung und Entmündigung. Geben Sie mir eine
plausible Erklärung, erläutern sie mir den Verdacht, überlege ich ob ich Ihnen
eine Probe gebe. Die Sicherungsmaßnahmen bleiben unverhältnismäßig, solange
diese Aufrecht erhalten bleiben, solange werde ich versuchen den Hungerstreik
fortzuführen.

Wünscht mir viel Kraft und Ausdauer!
Rony

Schreibt den Gefangenen:

Ronald Haug
JVA Stuttgart
Aspergerstr. 60
70439 Stuttgart