Archiv für September 2013

Aufruhr – anarchistisches Blatt aus Zürich


Wir wollen das anarchistische Blatt Aufruhr vorstellen, das von nun an auch immer unter der Rubrik anarchistische Blätter zu finden sein wird.

EDITORIAL

« Hundertmal zurückgeschlagen unternehmen wir zum hundert und einten Male den Angriff. Wahrlich! das sind schlechte Propheten, die den Tod des Anarchismus verkündigen! Er kann nicht sterben, solange Ausbeutung und Knechtschaft bestehen. » Dies sind die Worte, mit denen eine anarchistische Zeitung vor mehr als 100 Jahren in Zürich ihre Publikation begann, und dies sind auch die Worte, mit denen wir unseren Aufruhr beginnen wollen. Die Zeiten haben sich verändert, und mit ihnen auch die Formen der Knechtschaft, doch unsere kompromisslose Vorstellung von Freiheit ist dieselbe geblieben. Eine Freiheit, die mit jeglicher Form von Herrschaft unversöhnlich ist, sei sie diktatorisch oder demokratisch, roh oder subtil, materiell oder geistig. Und es ist dieses Verlangen nach Freiheit, nicht als ein fernes Ideal, sondern im Hier und Jetzt, das uns ewig auf dem Weg der Rebellion vorantreiben wird…

hier die aktuelle Ausgabe als download

Fernweh Nr. 5 – Spezialausgabe zur Wahl

Hier eine Spezialausgabe der anarchistischen Straßenzeitung Fernweh gegen die anstehende Wahl.
Hier zum downloaden. Weiterer Lesestoff in der Rubrik anarchistische Blätter.

Kurzes Update zu Ermittlungen wegen anti-militaristischer Aktionen


Hier ein kurzes Update zu den Ermittlungen gegen die 6 Mitstreiter_innen, denen anti-militaristische Aktionen vorgeworfen werden.

Im Zusammenhang mit einer Aktion gegen die die Firma ICL, die die Bauplanung für die Aufstandsbekämpfungsstadt „Schnöggersburg“ auf dem GÜZ (Gefechtsübungszentrum in der Altmark) leitet, wurde den 6 Beschuldigten jetzt die Anklageschrift von der Staatsanwaltschaft Oschersleben zugesandt. Am 14. September 2012 wurden fünf von ihnen in Magdeburg während des antimilitaristischen Camps gegen das GÜZ von einem Mobilen-Einsatz-Kommando (MEK) des LKA Sachsen-Anhalt mit vorgehaltenen Waffen aus einem Fahrzeug gezogen und in Gewahrsam genommen. In diesem Fall ist der Vorwurf eine Sachbeschädigung. Dabei soll die Fassade des Bauplanungsbüros der Firma ICL rosa gefärbt worden sein. Der 6. Beschuldigte ist wegen Beihilfe angeklagt, da ihm das Auto zugeordnet wurde, in dem die fünf festgenommen wurden.

In dem 2. Verfahren, das gegen die 6 läuft, warten die Beschuldigten immer noch auf eine Entscheidung des Gerichts bezüglich der angekündigten DNA-Abnahme.

Am 19. August 2012 wurden auf dem Gelände des Gefechtsübungszentrum (GÜZ) der Bundeswehr in der Altmark mit Farbe gefüllte Feuerlöscher gefunden. Dabei entkamen einige Personen unerkannt. Daraufhin wurde gegen den Nutzer eines Fahrzeuges, das in der Umgebung geparkt war, ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter „Sabotage an Wehrmitteln“ (§109e StGB) eingeleitet.

Da in beiden Verfahren vermeintlich ein Auto des selben Nutzers involviert war, sind nun alle sechs in beiden Verfahren beschuldigt, sowohl der Sachbeschädigung als auch der versuchten „Sabotage an Wehrmitteln“. Den Akten ist außerdem zu entnehmen, dass es bei der Analyse der im Auto sowie an den gefundenen Feuerlöschern vom GÜZ gesicherten DNA-Spuren, zwei Treffer in der staatlichen Datenbank gab. Es stehen also 2 gefundene DNA-Spuren konkret im Zusammenhang mit 2 weiteren Ermittlungsverfahren, von denen eines beim BKA geführt wird.

Wir halten euch ab jetzt auch mit dem blog „dnasammelwahn.noblogs.org“ auf dem Laufenden.

Gegen Kontrolle, Überwachung und DNA-Sammelwahn!

Für eine herrschaftsfreie Welt ohne jegliche Autorität und jeden Militarismus!

ZWEI JAHRE KNAST SIND ZWEI JAHRE ZUVIEL!

Am 14. September 2013 mobilisieren wir international gegen die Legitimation von Folter im Prozess von Sonja Suder und für Sonjas Freiheit!

Am 14. September 2011 sind Sonja und Christian von Frankreich nach Deutschland ausgeliefert und von Bullen in den Knast gesteckt worden. Christian ist inzwischen frei, doch Sonja ist immer noch im Knast.

Die beiden hatten Deutschland 1978 verlassen, mitten im Deutschen Herbst, als alle Personen mit radikalen Ansichten fürchten mussten, das Ziel staatlicher Rache zu werden. Seit zwei Jahren wird Sonja im Hochsicherheitsknast von Frankfurt Preungesheim festgehalten; seit einem Jahr wird ihr der Prozess gemacht, der auf zwei Zeugenaussagen beruht:

Der eine belastet sie, um Kronzeugenrabatt zu erhalten, der zweite Zeuge wurde 1978 gefoltert, da er verdächtigt wurde, zu den Revolutionären Zellen (RZ) zu gehören.

Der Kronzeuge Hans-Joachim Klein hatte die Unverschämtheit, vor dem Frankfurt Landgericht eine weitere Version seiner Aussagen voller Widersprüche und Zusammenhangslosigkeiten zu erzählen (die die Richterin trotzdem gut findet).

Hermann F. dagegen hatte seine belastenden Äußerungen später zurückgenommen: Sie waren das Ergebnis von vier Monaten Folter: Direkt nach einem schweren Unfall, nach der Amputation der Beine und der Entfernung seiner Augen wurde er verhört. Sein Zustand unter Schmerzmitteln und traumatisiert nutzten die Bullen für ein 1300 Seiten langes Protokoll seiner Äußerungen. Ein Mensch in Polizeigewahrsam und ohne Rechtsanwalt, der plötzlich erblindet ist und schwer gehandikapt. Was er erlitten hat, verdient nur einen Namen: Folter.

Am 13. August 2013 hat das Frankfurter Landgericht nun die Folterprotokolle verlesen. Der 80 Jahre alten Sonja droht – mehr als 35 Jahre nach den Taten, die ihr vorgeworfen werden – die Verurteilung auf Basis dieser Erklärungen, deren Verwendung die Rechtfertigung von Folter durch die Bullen bedeutet.

Sonja wird von der deutschen Polizei seit dem Ende der 70er Jahre verfolgt und verdächtigt, Mitglied der Revolutionären Zellen gewesen zu sein. Die Anklage umfasst drei Brandanschläge im Jahr 1977, die nur begrenzten Sachschaden anrichteten: Ein Anschlag zielte auf das Unternehmen MAN, das an der Produktion von Atomwaffen für Südafrika (während der Apartheid) verdiente, ein Anschlag auf das Unternehmen KSB, das noch heute Pumpen für Atomkraftwerke herstellt; und ein Anschlag richtete sich auf das Heidelberger Schloss, aus Protest gegen die städtische Abrisspolitik. Sonja wird außerdem verdächtigt, 1975 logistische Hilfe für den Angriff auf die OPEC-Konferenz in Wien geleistet zu haben.

Heute zielt der Staat mit der Drohung, lebenslanger Haft nicht nur auf Sonja: Er will ein Stück revolutionäre Geschichte liquidieren und er will zeigen, dass man nicht ungestraft aufbegehren kann.

Die Verurteilung von Sonja ist eine Verurteilung der Revolte insgesamt: Wer sich nicht unterwirft und wer sich weigert, auszusagen. Sonjas Verurteilung wird daher einer ganzen revolutionären Bewegung gelten. Die Inhaftierung von Sonja dient zur Abschreckung all derer, die heute kämpfen. Es geht nicht nur um eine 80 Jahre alte Frau, sondern um alle, die wie sie den Willen haben, sich nicht zu unterwerfen.

FREIHEIT FÜR SONJA JETZT SOFORT!
FÜR EINE INTERNATIONALE MOBILISIERUNG ZUM 14. SEPTEMBER 2013!

aktuelle Informationen zum Verfahren: verdammtlangquer.org

neue Ausgabe der Fernweh erschienen

Die neue Ausgabe der anarchistischen Straßenzeitung Fernweh ist erschienen. Hier könnt ihr sie downloaden.
Ältere Ausgaben und anderes Lesenswertes in der Rubrik anarchistische Blätter.