no prison! no state! http://noprisonnostate.blogsport.de Fri, 17 Oct 2014 15:05:46 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en [Demo in Schwarzenbek am 13.12.] Gegen die Feind_innen der Freiheit! http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/17/demo-in-schwarzenbek-am-13-12-gegen-die-feind_iinnen-der-freiheit/ http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/17/demo-in-schwarzenbek-am-13-12-gegen-die-feind_iinnen-der-freiheit/#comments Fri, 17 Oct 2014 15:02:33 +0000 Administrator Allgemein http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/17/demo-in-schwarzenbek-am-13-12-gegen-die-feind_iinnen-der-freiheit/
Am 13.12. werden wir in Schwarzenbek auf die Straßen gehen, um gegen das erneute Erstarken der faschistischen Aktivitäten in der Gegend zu demonstrieren. Im Gegensatz zu vielen die sich den Stempel „Antifaschismus“ aufdrücken, sehen wir Antifaschismus nur als einen Teil unseres Kampfes. Alleiniger Antifaschismus wäre in unseren Augen lediglich die Verteidigung des Bestehenden und somit nicht mit unserem Ziel zu vereinbaren. Unsere Bestrebungen beinhalten die Überwindung und Zerschlagung jeder Herrschaftsform; von der Ausbeutung des Planeten, über die Ausbeutung von Tieren, hin zu Formen wie Rassismus, Sexismus sowie Homo- und Transphobie. Auch bitten wir nicht um Hilfe vom Staat oder der Polizei. Wir brauchen und wollen nämlich keine Herrscher_Innen die uns befreien. Der Kampf den wir auf die Straße tragen werden, ist nicht nur ein Kampf gegen Nazis, sondern einer gegen alle Autoritäten, gegen jeden Moment in dem wir unterdrückt und beherrscht werden.

Aus der Perspektive von vielen sind wir Kriminelle. Wir richten uns aber auch nicht nach euren Gesetzen, nach euren Definitionen von Gut und Böse oder besser gesagt, von legal und illegal. Wir richten uns danach, was wir für erstrebenswert finden. Und das ist eine Welt in der wir nicht mehr hassen müssen, eine Welt in der man seine Verantwortung oder Willen nicht länger abgibt und sein Leben selbstbestimmt in die Hände nimmt.

Wir wollen dazu anregen, dass die Menschen sich selbst organisieren, eigenständig etwas unternehmen und nicht mehr ihre Verantwortung, getreu dem Motto „Dafür bin ich nicht zuständig“, an den Staat abgeben. Es gibt kein Verlass auf den Staat oder die Polizei, besonders nicht in Betracht der Tatsache, dass jede_r willkürlich in das Fadenkreuz der Repressionsmaschinerie geraten kann. Auch in Schwarzenbek ist die Verfolgung von Anarchist_Innen oder antifaschistisch engagierten Menschen wichtiger, als etwas gegen die Nazipropaganda vor Ort zu unternehmen oder sinnvolle Dinge zu tun, wie den Dienst zu quittieren. Uns ist zwar mittlerweile zu Ohren gekommen, dass die Stadt es wohl doch in Auftrag gegeben haben soll, dass die Nazipropaganda entfernt werden sollte, was aber für uns nicht haltbar ist. Das beste Beispiel dafür ist, dass antifaschistische Sprayereien nur einen halben Tag in der Stadt zu sehen sind, aber es immer noch einige Naziplakate zu finden waren, die erst durch die Witterung unkenntlich gemacht worden sind. Wir hatten noch nie Vertrauen in die Fremdbestimmung und werden es auch nie haben. Unser Anspruch ist es sich nicht auf solche Hinhaltetaktiken oder Versprechungen zu verlassen, vielmehr ist er es selbst zu handeln, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Nicht um die Stadt zu verschönern oder ihr einen Dienst zu erweisen, sondern dafür, dass das Leben frei von Herrschaft sein soll; ganz gleich von welcher.

Es geht uns um Freiheit und Selbst-Organisierung. Deshalb folgt nicht blind unserem Aufruf, betrachtet ihn als eine Möglichkeit gemeinsam mit uns auf die Straßen zu gehen. Der 13.12. soll aber keine Möglichkeit dafür sein, sein Gewissen zu beruhigen, dass man etwas gegen Nazis getan hat. Der Kampf gegen Nazis und Herrschaft ist ein alltäglicher, den man nicht nur auf Demonstrationen führen kann. Er fängt im eigenem Kopf an, indem man das Hinterfragen anfängt. Das eigene Handeln, den eigenen Wortschatz und vor allem auch das eigene Wegschauen. Jede_r ist mitverantwortlich, ob das alltägliche Leben rassistisch, sexistisch oder anderweitig autoritär ist. Die passive oder aktive Zustimmung von Rassismus kommt mitunter auch durch den rassistischen Sprachgebrauch, Menschen in Nationen und Völkern zu unterteilen, Wahlkämpfe zuzulassen oder rassistische Witze abzunicken. Bei Ausgrenzung und Diskriminierung vergeht uns das Lachen und da werden Witze zum Benzin der Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. Brecht mit der rassistischen Norm! Folgt aber nicht uns, folgt niemandem. Richtet euer Denken und Handeln danach, jedes Leben zu erkämpfen und zu verteidigen und nicht danach, Stellvertreter_Innen oder Sprecher_Innen zu finden. Werdet selbst aktiv, jeden Tag, nicht nur am 13.12..

Die Stadt tut das Ihrige, um so etwas zu verhindern. Durch die Schaffung eines unpolitischen Jugendzentrums, in dem politisches Engagement nicht nur nicht gern gesehen, sondern es auch untersagt ist. Einzig der Kinder- und Jugendbeirat darf, auf Grund der Tatsache, dass er zur Stadt gehört, sich dort politisch engagieren. Die total lächerliche Begründung dafür basiert auf der Befürchtung, dass wenn sie eine Gruppe reinlassen, auch alle anderen rein lassen müssen. Der Stadt geht es damit nicht in erster Linie darum, Nazis keinen Raum geben zu müssen oder zu wollen, sondern darum, das Image einer weltoffenen Europastadt zu wahren. Einer Stadt in der Nazis, als Jugendliche mit einem etwas anderen Weltbild bezeichnet werden, einer Stadt die kein Problem mit Nazis hat. Die Tatsache, dass viele Ladenbesitzer_Innen lieber für sich privat Flyer und Plakate wollten, da sie Angst davor haben, wie die Nazis reagieren könnten, wenn sie diese im Schaufenster entdecken würden, zeigt es nur allzu gut. Die Angst vor Nazis ist bei vielen zur Norm geworden. Während versucht wurde dem Brandanschlag auf das „Feuerschloss“ den rassistischen Hintergrund zu entziehen, der Brandanschlag auf das „Eiscafe Venezia“ niemals komplett aufgeklärt wurde oder die unzähligen Übergriffe als „unwahr“ abgestempelt wurden, da diese nicht zur Anzeige gebracht wurden sind, gibt es dennoch noch Menschen, die nach wie vor die Präsenz der Nazis wahrnehmen. Es darf einfach keine Normalität sein, dass Menschen in Angst leben.

Deshalb gehen wir am 13.12. nicht nur gegen Nazis auf die Straße. Wir gehen gegen jede Autorität, gegen jede Form von Ausgrenzung und Verachtung auf die Straße.

Für ein Leben in Liebe, Freiheit und Anarchie!

Anarchistische Gruppe Schwarzenbek

www.agsbk.blogsport.de

]]>
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/17/demo-in-schwarzenbek-am-13-12-gegen-die-feind_iinnen-der-freiheit/feed/
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/07/274/ http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/07/274/#comments Tue, 07 Oct 2014 11:15:43 +0000 Administrator Allgemein http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/07/274/

]]>
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/07/274/feed/
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/06/273/ http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/06/273/#comments Mon, 06 Oct 2014 22:18:16 +0000 Administrator Allgemein http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/06/273/

]]>
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/10/06/273/feed/
Aufruf zu Solidarität mit den Gefangenen in Griechenland + Veranstaltung in HH http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/18/aufruf-zu-solidaritaet-mit-den-gefangenen-in-griechenland-veranstaltung-in-hh/ http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/18/aufruf-zu-solidaritaet-mit-den-gefangenen-in-griechenland-veranstaltung-in-hh/#comments Wed, 18 Jun 2014 21:44:17 +0000 Administrator Allgemein http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/18/aufruf-zu-solidaritaet-mit-den-gefangenen-in-griechenland-veranstaltung-in-hh/
Aufruf für internationale Aktionen in Solidarität mit dem Kampf der Gefangenen gegen die neuen Hochsicherheitsgefängnisse – Solidarität ist unsere Waffe

In letzter Zeit entsteht in Griechenland wieder ein Terrorklima. Der „Law and order“ Staat versucht die Neuordnung und Verschärfung der Repression aller Art (polizeiliche, gesetzliche sowie Züchtigungs-Strafrepression). Antiterrorgesetze, Vermummungsverbot, Verschärfung der Strafen, Erhöhung von Festnahmen und U-Haft werden durch den neuen Repressionsgesetzentwurf verstärkt. Der Gesetzentwurf sieht die Gründung neuer Isolationsgefängnissen vor und zielt generell auf die Isolation und die Ausrottung der gefangenen KämpferInnen und der kämpferischen Gefangenen.

Dieser Gesetzentwurf wird schon in Gefängnissen ganz Griechenlands angewendet: Abbrechen von Ausgangsgenehmigung oder dem Recht Strafaufschubs für Gefangene, die die vorgesehene Zeit ihrer Strafe schon verbüßt haben. Der Ablauf solcher Ereignisse verstärkt einen schon schlimmen Zustand in Gefängnissen, der seit Jahren schlechte Folgen hat, wie z.B. der Vorfall in Malandrino Gefängnis, wo der Gefangene Ilir Kareli in einem Moment von Selbstjustiz den Knast- Oberwächter Tsironis nach einem Konflikt hinsichtlich des Abbrechens seines Hafturlaubs umgebracht hat. Nachdem wurde Ilir von Bullen und Wächtern bis zum Tode gequält. Das war etwa eine informelle Anwendung von Todesstrafe als Vergeltungsmaßnahme für seine Tat.

Insbesondere sieht der Gesetzentwurf die Folgenden vor:
1- Drei Kategorien zur Klassifikation der Gefangenen werden eingeführt. Das sind die Kategorien A, B, und C. Im Rahmen einer generellen Vorbeugung gegen einer Revolte im Gefängnis erlässt der Staat die besondere Kategorie Typ C, wo die politischen Gefangenen, die gefangenen KämpferInnen sowie all die von dem Justizministerium als „Undisziplinierte” oder „Gefährliche“ charakterisierten Gefangenen zugeordnet werden.
2-Den Typ C Gefangenen wird der Hafturlaub entfallen, die Dauer des Ausgangs außer den Zellen wird noch begrenzt, wie auch die Dauer von Besuchszeit und telefonischer Kontakt mit Verwandten. Es ist auch vorgesehen, dass diese Gefangenen ihre ganze Strafe verbüßen müssen, ohne dass es Benefizmaßnahmen für ihre Verringerung gerechnet wird. Außerdem werden sie in diesen neuen Isolationsgefängnissen mindestens für zehn Jahre gehalten, nachdem wird es nur die Möglichkeit geben, die Haftung alle zwei Jahren zu überprüfen oder erneuen. Die durch das Antiterrorgesetz zur Freiheitsstrafen verurteilte Gefangenen haben kein Freilassungsrecht, wenn sie vorher nicht mindestens zwanzig Jahre ihrer Strafe verbüßt haben. Hinzu haben sie kein Arbeitsrecht. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass Griechenland an erster Stelle hinsichtlich der langjährigen und lebenslänglichen Inhaftierungen steht, da das Justizsystem vernichtende Strafen durchsetzt. Währenddessen ist die Überfüllung in Gefängnissen ein zweifelloses Phänomen.

-Typ C Zellen werden nicht nur in Domokos Knast eingeführt, sondern auch in anderen Knästen, damit die Gefangenen isoliert werden.

- Die Polizei übernimmt die Außensicherung der Gefängnisse (u.a. Kontrolle der Zellen, Gefangenentransport). Der Eingriff der Außerwache ins Gefängnis für Kontrollen und Repression fällt nun in die Zuständigkeit des jeweiligen Direktors, währenddessen werden die Bedingungen für Waffengebrauch von der Wache leichter.
-Gesetzgebung und Belohnung des Spitzelns, da es sogar vorgesehen ist, eine günstige Strafbehandlung für Gefangene, die mit Informationen zu der Zerschlagung bewaffneter Gruppe beitragen.
-Weitere Gesetzgebung in Bezug auf die Verwendung von DNA bei der Straf- oder Gerichtsverfahren (u.a. formelle Durchsetzung und Verbreitung der Datenbank, spezifische Verwendungsvorschriften der Stichprobe von genetischen Material).

Deswegen rufen wir am 19.6. einen Aktionstag in Solidarität mit den Gefangenen auf:

Gegen den faschistischen Gesetzentwurf für ein Gefängnis im Gefängnis
Gegen das Repressionsdogma “Law and Order”
Solidarität mit dem Kampf der Gefangenen, die ihre Würde fordern und mit dem neuen Totalitarismus von innen zusammenstoßen
Bis zum vollständigen Abriss jedes Gefängnisses

Soli-Fond für die finanzielle Unterstützung der Gefangene und verfolgten KämpferInnen
http://tameio.espivblogs.net

In diesem Kontext findet am 22. Juni 2014 um 18 Uhr eine Veranstaltung in der Hafenvokü (Hafenstraße, Hamburg) statt.
Eine Mitstreiterin aus Griechenland ist zu Gast und berichtet von den Kämpfen in den Knästen.
Veranstaltung „In Griechenlands Knästen brodelts…“

]]>
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/18/aufruf-zu-solidaritaet-mit-den-gefangenen-in-griechenland-veranstaltung-in-hh/feed/
Neuer anarchistischer Podcast erschienen http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/18/neuer-anarchistischer-podcast-erschienen/ http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/18/neuer-anarchistischer-podcast-erschienen/#comments Wed, 18 Jun 2014 21:05:23 +0000 Administrator Allgemein http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/18/neuer-anarchistischer-podcast-erschienen/

Vor einigen Tagen ist ein neues Projekt, die Podcast-Reihe „Frequenz (A)“, online gegangen:

„Frequenz (A) haben wir auf der Basis gestartet, dass wir uns alle ein Leben jenseits der herrschenden Verhältnisse jenseits der Knastgesellschaft ein freies Leben wünschen. Frequenz (A) begreift sich als Medienprojekt, welches über aktuelle Konflikte und Themen aus einer antiautoritären beziehungsweise anarchistischen Perspektive berichtet.“ (Aus dem Selbstverständnis)

„Ein Interview mit Aktivist_innen aus Italien zu Repression und der aktuellen Situation der anarchistischen Bewegung in Italien bildet das Herzstück unserer ersten Ausgabe. Zudem haben wir für euch den aktuellen Stand in den NoTAV-Protesten zusammengetragen und ein Interview mit den Macher_innen des Culmine-Blogs vertont. Natürlich stellen wir uns auch vor und bringen einige News, Ankündigungen und geben den Gefangenen eine Stimme.
Hier ist die erste Ausgabe zum Anhören und Runderladen!

Hier der Link zum Blog:
frequenza.noblogs.org

]]>
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/18/neuer-anarchistischer-podcast-erschienen/feed/
HH: Wilde Demos und Krawall gegen die Grenzen und ihre Wächter http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/08/hh-wilde-demos-und-krawall-gegen-die-grenzen-und-ihre-waechter/ http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/08/hh-wilde-demos-und-krawall-gegen-die-grenzen-und-ihre-waechter/#comments Sun, 08 Jun 2014 15:44:53 +0000 Administrator Allgemein http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/08/hh-wilde-demos-und-krawall-gegen-die-grenzen-und-ihre-waechter/ null
Nachdem es am Donnerstag den 05.06. zu brutalen Übergriffen von Bullen auf einen Protest der Lampedusa Flüchtlinge und Unterstützer_innen auf dem Hamburger Rathausmarkt gekommen war, gingen Freitag Abend hunderte Menschen in St. Pauli auf die Straße.

Eine große unautorisierte Demonstration mit bis zu 1000 Menschen begann gegen 20 Uhr auf dem Neuen Pferdemarkt und ging über das Schulterblatt. Parolen gegen Staat und Grenzen wurden gegen Häuserwände, Banken und Geschäfte gesprüht, Feuerwerk gezündet und es war laut.

Nachdem die Bullen die Demonstration aufgestoppt hatten verteilte sich die Masse und traf sich zu verschiedenen Uhrzeiten an verschiedenen Orten im Viertel wieder. Zum Teil gab es mehrere Demonstrationen gleichzeitig. Das SPD Büro in St. Pauli wurde angegriffen außerdem wurde der Hauseingang des Wohnhauses der Justiz-Senatorin von Hamburg in der Brigittenstraße zerstört. Es wurde viele Barrikaden errichtet und die Bullen zum Teil angegriffen. Dies sind nur wenige Eindrücke dieser Nacht.

Die Bullen waren nicht in der Lage die Situation unter Kontrolle zu bringen. Es war erfreulich zu sehen das viele auf Eigeninitiative gesetzt haben und gut vorbereitet waren.

Keine Grenzen! Keine Staaten!
Für viele unkontrollierte Sommernächte!
Wie heute Nacht frischgesprüht an einer Hauswand in St. Pauli zu lesen war:
„Für die soziale Revolte!“

]]>
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/08/hh-wilde-demos-und-krawall-gegen-die-grenzen-und-ihre-waechter/feed/
Inkognito – Erfahrungen jenseits der Identifikation http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/08/inkognito-erfahrungen-jenseits-der-identifikation/ http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/08/inkognito-erfahrungen-jenseits-der-identifikation/#comments Sun, 08 Jun 2014 15:38:14 +0000 Administrator Allgemein http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/08/inkognito-erfahrungen-jenseits-der-identifikation/
Dieses Buch handelt vom Leben im Verborgenen. Es sticht durch die Dunkelheit und springt in die Geheimnisse des Unerkannten, des Inkognito, einem Paralleluniversum in dem sogar das was gesagt werden könnte, oftmals nicht ausgesprochen wird. Sei es aus übermäßigem Taktgefühl, Angst oder weil gedacht wird, es sei nicht relevant. Oder in bestimmten Milieus und in den härtesten Fällen aufgrund bloßer politischer Taktik. Doch selbst auf den ersten Blick erscheint die Welt der Klandestinen nicht wie eine Wüstenlandschaft, im Gegenteil, sie ist bewohnt von lebenden Wesen, Erfahrungen und Ideen, welche unseren sehr nahe stehen, in sowohl den elendsten als auch den faszinierendsten Aspekten unseres Lebens, nahe unserer feurigsten Begehren und leidenschaftlichsten Tagträume.

Zur Übersetzung: Dies ist das letzte Kapitel aus dem Buch „Incognito – Experiences that defy identification“, erschienen 2007 bei Elephant Editions; online lesbar unter: http://digitalelephant.blogspot.de/2010/08/incognito.html Das italienische Original „In incognito. Esperienze che sfidano l’identificazione“ erschien erstmalig im Jahr 2003. Aktuell ist eine französische Ausgabe veröffentlicht worden. Leider gibt es meines Wissens nach keine deutsche Übersetzung, deswegen hoffe ich, dass bei den Lesenden Interesse, Diskussionsdrang und Motivation für weitere Übersetzungen aufkommt. Ich würde mich sehr freuen, wenn weitere Teile des Buches in deutscher Sprache hier auf linksunten veröffentlicht werden.

Ich habe alle vergeschlechtlichten Wörter in die weibliche Form gesetzt, was ein („fauler“) Kompromiss zwischen dem Anspruch an nicht-patriarchaler Sprache und bequemer Lesbarkeit ist.

Zur weiteren Diskussion: Wer will und zu dem Zeitpunkt in Berlin ist, kann am 25. Juni in die Braunschweiger Str. 53-55 zum Glossophobia-Tresen kommen und dort in gemütlicher Runde den Text und damit verbundene Gedanken besprechen. Es werden Kopien ausliegen, einen kurzen Input geben und nach einer Stunde Pause mit Musik können in großer oder mehreren kleinen Runden Worte gesucht und gefunden werden.

Weiterlesen

]]>
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/06/08/inkognito-erfahrungen-jenseits-der-identifikation/feed/
„Vogelperspektiven“ Buchrezension von Thomas Meyer-Falk http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/vogelperspektiven-buchrezension-von-thomas-meyer-falk/ http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/vogelperspektiven-buchrezension-von-thomas-meyer-falk/#comments Thu, 22 May 2014 16:09:22 +0000 Administrator Allgemein http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/vogelperspektiven-buchrezension-von-thomas-meyer-falk/
Schon im Herbst 2012 legten die Anarchist_innen in Solidarität aus
Hamburg Thomas Bravens “Vogelperspektiven“ neu auf; und nach wie vor
gibt es dort die Möglichkeit ein Exemplar zu bestellen (für Gefangene
sogar für umsonst). Braven verbrachte in den 80ern gezwungenermaßen
einige Jahre in baden-württembergischen Knästen. In seinem Buch
berichtet er über seine eindrücklichsten Erfahrungen, wechselnd zwischen
der eigenen Biografie seiner Kindheit und Erlebnissen im Gefängnis. Aus
jeder Zeile spricht der widerständige Geist, den auch Isohaft und
körperliche Misshandlung nicht brechen konnten. Revolte beginnt im
eigenen Herzen – und Braven erzählt davon, wie er mit jeder Faser des
Körpers revoltierte und stets versuchte auszubrechen aus den Knästen,
das durchaus erfolgreich. Auch im zeitlichen Abstand von nun bald 25
Jahren, denn erstmals wurde “Vogelperspektiven” 1990 veröffentlicht, ist
das Buch unbedingt lesenswert: als historisches Zeugnis, aber
gleichfalls als Inspiration für heutige Generationen von Inhaftierten,
wie Anti-Knast-Aktivist_innen.

Thomas Braven, ” Vogelperspektiven”
zu bestellen: online noprison_nostate(-at-)riseup.net
brieflich: Anarchist_innen in Solidarität c/o Schwarzmarkt ‚
kl. Schäferkamp 46, 20357 Hamburg

Thomas Meyer-Falk,
c/o jva freiburg – SV-Abtlg.
hermann-herder-str. 8
d-79104 freiburg

]]>
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/vogelperspektiven-buchrezension-von-thomas-meyer-falk/feed/
Liberi Tutti! Solidarität mit den verfolgten und gefangenen Anarchist_innen in Italien! http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/266/ http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/266/#comments Thu, 22 May 2014 14:34:33 +0000 Administrator Allgemein http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/266/ Am 08.05.2014 fand unter dem Motto „Liberi Tutti“ in Hamburg ein Abend in Solidarität mit den gefangenen und verfolgten Anarchist_innen in Italien statt.
Mitstreiter_innen aus Hamburg und Umgebung sprachen mit 2 Mitstreiter_innen der „“Cassa di Solidarietà Aracnide“ (Solidaritätskasse Aracnide), die für den Abend angereist waren. Sie haben einen interessanten Ein- und Überblick gegeben und es tat gut fern von Internet und anderen Medien persönlich zu diskutieren.

Neben dem aktiven Austausch gab es auch noch aktuelle Materialien zur Situation in Italien. Es gab ein Pamphlet mit Vorstellungen und Beiträgen der Gefangenen von der Solidaritätskasse Aracnide mit dem Titel „We are the Tempest that breaks the civil quiet“ (Wir sind das Unwetter das die bürgerliche Ruhe durchbricht) in englisch. Außerdem wurde die erste Ausgabe eines neuen anarchistischen Newsletters zur Situation in Italien auf deutsch verteilt. Unter dem Titel „Fuoco e Fiamma!“ (Feuer und Flamme) wird es unregelmäßig Beiträge zur Situation der Anarchist_innen in Italien geben.


Hier das Editorial:

„Liberi Tutti!
Es sind meist Informationsfetzen, die wir durch das Internet aufsaugen, doch meist ohne Konsequenzen beiseite legen. Von Angriffen, von Sabotage und Demonstrationen, von Durchsuchungen, Gefangenen und Prozessen ist die Rede. Die Geschichte der Anarchie in Italien ist eine lange und lebendige. Auch Solidarität hat es zu vielen Zeiten und auch im deutschsprachigen Raum gegeben. Wir wollen versuchen dieser Solidarität sowie den Kämpfen der italienischen Mitstreiter_innen ein Sprachrohr zu verleihen, denn wir fühlen uns mit den Ideen der vollkommenen Freiheit verbunden und wollen unserer Solidarität, die keine Grenzen kennt, über die vielen Kilometer hinweg Ausdruck verleihen.“

Solidaridade e complicidade!

In der nächsten Ausgabe der „Fuoco e Fiamma! wird außerdem ein schriftlicher Beitrag von Mitstreiter_innen aus Pisa veröffentlicht, den sie für den Solidaritätsabend am 08.05. in Hamburg geschrieben haben und in dem sie die repressiven Operationen gegen Anarchist_innen analysieren und einen Überblick über die Repressionsschläge von 2003-2014 geben. In Pisa gibt es seit einigen Monaten wieder starke Repression, da die Mitstreiter_innen dort gegen die Einleitung nuklearen Wassers in den lokalen Fluss kämpfen. Gerade am 07.05., einen Tag vor unserem Solidaritätsabend gab es wieder Hausdurchsuchungen aufgrund einer Demo am 03.05., bei der einige Banken angegriffen wurden und Parolen gesprüht wurden. Wir senden Kraft und Solidarität an die Mitstreiter_innen!

Hier die „Fuoco e Fiamma! Ausgabe 1 zum Downloaden

]]>
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/266/feed/
Neue anarchistische Zeitung und blog aus Österreich http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/neue-anarchistische-zeitung-und-blog-aus-oesterreich/ http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/neue-anarchistische-zeitung-und-blog-aus-oesterreich/#comments Thu, 22 May 2014 14:22:24 +0000 Administrator Allgemein http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/neue-anarchistische-zeitung-und-blog-aus-oesterreich/
Der einen oder anderen ist es vielleicht schon aufgefallen aber in Österreich rührt sich einiges. Seit einiger Zeit gibt es nun auch eine neue anarchistische Zeitung mit dem Namen Wolja und einen blog (http://blackoutblog.noblogs.org) auf dem mensch anarchistische News sowie über den sozialen Krieg in Österreich lesen kann.
Hier die Vorstellung der Wolja:

WOLJA – EDITORIAL ZUR ERSTEN AUSGABE

Wolja ist ein anarchistisches Projekt, das sich mit der kontinuierlichen Herausgabe dieser Zeitschrift beschäftigt. Die Regelmäßigkeit, mit der wir Wolja herausbringen wollen, wird durch unsere eigenen Möglichkeiten bestimmt. Im Idealfall erscheint alle zwei Monate eine neue Ausgabe. Der Inhalt wird aus eigenen Texten sowie Übersetzungen und Wiederveröffentlichungen bestehen. Wir machen uns damit zur Aufgabe sowohl den stattfindenden Diskussionen, die sich um Fragen der Organisation, Subversion, Kommunikation usw. drehen unsere Perspektive und Kritik entgegen zu setzen, als auch Debatten zu entfachen, die bis jetzt noch nicht stattfinden oder erst im Entstehen sind. Was auch heißt, ein neues Kapitel aufzuschlagen und sowohl über längst Vergessenes, als auch über noch nie Dagewesenes zu sprechen, zu schreiben und in unserer Existenz als handelnde Individuen versuchen zu verwirklichen. In diesem Dschungel der sozialen Befriedung, in diesem Käfig des Gleichschrittes und der Unterwerfung, in dem wir gezwungen sind zu existieren, ist es an der Zeit nach einer Phase der Lethargie, der Ablenkung und des Deliriums wieder Entwürfe in Betracht zu ziehen, die unseren gewohnten Trott über den Haufen werfen. Das Experiment ist nie von Anfang an zum Scheitern verurteilt, auch wenn die viel gepredigten ‘großen Möglichkeiten’ oft lange auf sich warten lassen. Wenn wir uns nicht gezielt mit der Option der sozialen Konfliktualität, mit den Sphären der Rebellion gegen die bestehenden Zwänge, mit dem Universum der Subversion beginnen zu beschäftigen, wenn wir nicht einen Schritt aus den gewohnten Strukturen, unserer Häuser und Wohnungen hinaus, aus unseren beschränkten Kreisen, Szenen und Subkulturen, aus unseren vereinzelten, isolierten Lebenswelten in eine Konfrontation machen, an der wir wachsen können und neue Möglichkeiten und Praktiken des Kampfes erproben, dann bleiben wir zur Anpassung und zum Kompromiss verdammt. Genauso wie es seit vielen Jahren Normalität ist.

AnarchistInnen zu sein bedeutet für uns nicht einfach nur die Ablehnung jeglicher Autorität. Egal ob diese als Demokratie oder Diktatur, als linkes oder rechtes politisches Spektakel versucht uns zu unterdrücken, zu vereinnahmen und uns zu benutzen. Es stellt für uns eine Feindschaft, einen Antagonismus der Macht gegenüber dar. Eine Haltung, die alle unsere Beziehungen und jede Auseinandersetzung mit unserer Umwelt bestimmt. AnarchistInnen zu sein bedeutet für uns die direkte Konfrontation mit allen Formen und Ausprägungen der Herrschaft: Staat, Kapital, Gesellschaft… Es bedeutet für uns die Assoziation freier Individuen und weder eine verallgemeinerte Form des Zwangs (Basisdemokratie usw…), noch den Rückzug in die bürgerliche Vereinzelung. Es bedeutet für uns im Widerspruch zur Massengesellschaft und ihrer Totalität zu stehen. Die ‘Begriffe’ und ‘Formen’ der Architekten dieser Totalität haben für uns keinen Inhalt, sondern sind lediglich leere Hülsen von völlig ausgebrannten Identitäten, die in dieser Plastikgesellschaft täglich ihr Wesen, ihre Zugehörigkeit und ihre Richtung wechseln, ohne jedoch wirklich an der Oberfläche der sozialen Unterdrückung zu kratzen. Nichts, das die Realität dieses gesellschaftlichen Zwanges, des Stillhaltens, der Drohung, des Maulkorbes zu durchbrechen vermag. Und weder der Eskapismus in die Religion oder Ideologie, die mittlerweile viele Formen angenommen hat, kann uns eine Alternative bieten, noch die pseudo-revolutionären Erklärungsmodelle und der marxistische Fatalismus der linken Sekten. Keine der Versprechungen der Rechten, die einem Teil der Ausgeschlossenen alle Schuld über die Zustände aufladen und alle, die ihrer faschistischen Norm nicht entsprechen als Sündenböcke vor sich hertreiben, kann irgendetwas an den Verhältnissen ändern. Wenn wir den Bruch mit der bestehenden Lethargie erreichen wollen, so können wir weder Vertrauen noch Rückhalt aus Parteien, Organisationen, der Presse oder irgendwelchen anderen repräsentativen, legalistischen und identitären Zusammenschlüssen und Bündnissen erwarten. Keine Art des Kompromisses und der Reform, egal wie radikal und ‘revolutionär’ sie sich auch geben mag, ist im Stande mit den zentralen Machtverhältnissen zu brechen. Die Totalität der Macht, die täglich wie eine große Symphonie zelebriert wird, umfasst die gesamte Inszenierung der Politik, sie gibt ihr den Takt, die Voraussetzungen und die Grenzen vor. Denn meist sind selbst die Radikalsten unter den KritikerInnen lediglich dazu bereit die alte Ordnung durch eine neue, nämlich die ihre, zu ersetzen.

Deshalb ist für uns der Anarchismus nicht die ‘linkeste’, ‘radikalste’ Form der ‘Linken’ und die Anarchie nicht ein statischer zu erkämpfender und einmal zu erreichender, endgültiger Zustand, sondern ist von einer ständigen (Weiter)Entwicklung abhängig. Das revolutionäre Projekt existiert als Denk- und Lebensweise, als direkte Auseinandersetzung, und Konfrontation mit unserer Umwelt. Es ist eine ständige Rückkopplung zwischen Theorie und Praxis, also dem was wir denken, und dem was wir ausdrücken (schreiben, reden, …), beziehungsweise tun. Daraus resultiert eine Verantwortlichkeit unseren Ideen und Taten, ja uns selbst gegenüber, die uns niemand abnehmen kann. Deshalb fühlen wir uns auch nicht dazu gezwungen die ständigen Normen und Dogmen der Linken nachzuäffen und zu repetieren. Es bedeutet auch nicht, dass wir uns an deren Diskurse halten werden, um uns an deren akademisierten, geistigen Abfall zu ergötzen. Die direkteste Form sich sein Leben wieder zurück zu holen ist es, wonach wir suchen. Das Leben und die autonome Entscheidung darüber, wie wir mit anderen Aufsässigen in Kontakt treten wollen und wie sich dieser Kontakt entwickelt. Im Zentrum dieser Bindungen steht für uns immer die freie Vereinbarung. Die lediglich so lange besteht, solange sie der Entwicklung subversiver Projekte und dem Kampf gegen das Bestehende dient. Dadurch werden Programme und dergleichen überflüssig. Vereinbarungen können gelöst werden, sobald sie unsere Ansprüche nicht mehr zu erfüllen vermögen. Diese individuelle Verantwortlichkeit für alles was wir tun, das ist es, was wir anstreben. Dafür müssen wir mit allen bestehenden Verhältnissen brechen.

Der Wille zur Revolte ist eine Voraussetzung, um überhaupt gegen den allgemeinen Zwang vorgehen zu können. Es bedeutet, dass wir das Zerwürfnis mit der Autorität in uns selbst tragen. Der Wille zum Kampf, zur Konfrontation, zur Kritik, sowie die Freiheit im Handeln, im Zusammenschluss mit anderen Individuen auf Basis gemeinsamer Affinitäten. Das sind die Perspektiven, die wir im Projekt Wolja zu verwirklichen suchen. Wir haben den Namen nicht gewählt, um alte Geister zu beschwören, obwohl wir uns den Geschichten aus der Vergangenheit sehr wohl bewusst sind. Sondern weil der Bedeutungsdualismus des Wortes, so wie es in einigen Sprachen verstanden wird und zur Verwendung kommt, unserem Gefühl der Revolte entspricht. Als einer Verbindung aus Wille und Freiheit. Die Freiheit ist der Mittelpunkt des anarchistischen Kampfes. Es ist seine Geburt, sein Weg, und sein Ziel. Es ist jener Anspruch, der in unseren Taten und unseren Worten enthalten ist. Es ist jene Haltung, die uns mit allen Aspekten der Macht in Gegensatz bringt.

Es gibt keinen definierten Rahmen für Wolja, keine Grenzen, die gesteckt werden. Dennoch gibt es eine Frage, auf die wir vermehrt eingehen werden. Dies mag sich in der Zukunft ändern, wenn es die Gegebenheiten verlangen. Das zentrale Thema, auf das wir uns innerhalb dieses Projektes beziehen, ist der Kampf gegen das Dogma der ‘sozialen Befriedung’. Es ist in unserer direkten Umwelt das grundlegendste Element der Macht. Es behindert uns in unserem Denken und Handeln. Es beraubt uns unserer Verlangen und zwingt uns zur Anpassung. Die österreichischen Verhältnisse nach 1945 lehren uns die bedingungslose Unterordnung. Sie erziehen uns zur Befriedung und zur Aussöhnung und haben somit seit einigen Jahrzehnten jedes Aufflackern der Rebellion im Keim erstickt. Ob von den Sozialdemokraten, den Grünen, verschiedenen Basisbewegungen oder wem auch immer angeführt, ist in diesem Zusammenhang egal. Viel wichtiger ist, dass dieser Zustand chronisch geworden ist und bis in die sich selbst als subversiv verstehenden Teile der radikalen Linken und die anarchistischen Kreise vorgedrungen ist. Oder in vielen Fällen auch immer schon vorhanden war. So scheint es zumindest. Der Kompromiss mit der Politik, der Journaille und anderen Institutionen der Macht sitzt vielen wie ein Korsett am Leibe. Eine tiefere Analyse, was wir im engeren Sinne unter dem Begriff der ‘sozialen Befriedung’ verstehen, und warum wir denken, dass wir dies als zentrale Methode der Macht in vielen Teilen Europas, in unserem Falle aber vor allem in Österreich, betrachten, werden wir in naher Zukunft ausführlicher darlegen.

Jede Zeile die wir hier niederschreiben und in Zukunft schreiben werden, bedeutet für uns selbst eine Weiterentwicklung. Eine Entwicklung unserer Realität und der täglichen Auseinandersetzung mit der Welt, die uns aufgezwungen wird. Aber auch mit dem Geschmack der Freiheit, den wir durch unsere Auflehnung kosten. Die Zügellosigkeit, die wir mit jedem Akt der Rebellion gegen die bestehenden Zwänge erproben, ist bereits das Leben. Es ist das Leben, worum es in allen Kämpfen, in allen revolutionären Momenten geht. Es ist die Essenz der freien Entscheidung über alles, was uns zu dem macht, was wir sind. Es sind die Unkontrollierten, die die Herrschaft zu stürzen vermögen.

hier die esten beiden Ausgaben zum downloaden: Nr. 2
Nr. 1

]]>
http://noprisonnostate.blogsport.de/2014/05/22/neue-anarchistische-zeitung-und-blog-aus-oesterreich/feed/